E-Government: Investition in die Zukunft

E-Government

Die öffentlichen Verwaltungen sehen sich großen Unwägbarkeiten gegenüber. Schuldenstand, Zuwanderung und die Folgen des demografischen Wandels stellen Deutschlands Behörden vor enorme Aufgaben. Eine Chance für Effizienzgewinnung und Kosteneinsparung bietet E-Government. Der Schritt in Richtung Digitalisierung birgt zunächst jedoch finanzielle Belastungen und hohe Aufwände. Sowohl organisatorisch als auch technisch müssen viele Hausaufgaben erledigt werden, um die Anforderungen der E-Government-Gesetzgebung zu erfüllen. 82 Prozent der Verwaltungsentscheider sehen darin aber die zentrale Zukunftsaufgabe, zeigt unsere neue Studie Branchenkompass Public Services.

Prozessmanagement und Reorganisation rücken stärker in den Fokus, und das Zusammenspiel von IT und Fachabteilungen entscheidet über die weitere Entwicklung. Noch sind durchgängig elektronische Services für Bürger und Unternehmen keine Selbstverständlichkeit, die positiven Effekte von E-Government jedoch nicht von der Hand zu weisen. Bessere Informationsversorgung und beschleunigte Vorgänge bieten viele Vorteile, die wachsenden Datenmengen stellen die Verwaltungen jedoch vor weitere Herausforderungen.

E-Government - Megatrends

Noch herrscht wenig Verkehr auf den Servicestraßen

Stemmen können die Behörden diesen Handlungsbedarf nur durch Investitionen. Hier rückt vor allem die IT-Sicherheit in den Fokus. Nicht einmal zwei Drittel der befragten Entscheider geben an, bisher alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt zu haben. Dabei dominieren die Sicherheitsaspekte das Pflichtenheft der Behörden. Nicht einmal 20 Prozent der Verwaltungen setzen bisher die E-Akte ein oder bieten hinreichende elektronische Workflows, eigentlich das Herzstück der Digitalisierung. Nur zehn Prozent ermöglichen die elektronische Identifizierung.

Den größten Nachholbedarf zum Thema E-Government gibt es bei der Erfolgskontrolle. Gerade einmal sieben Prozent der Behörden evaluieren die Erreichung ihrer E-Government-Ziele hinreichend. Dabei rät der nationale Normenkontrollrat zur regelmäßigen Überprüfung des Optimierungsstandes. So steht die öffentliche Verwaltung vor der Herausforderung, den Nachweis zu Nutzen und Mehrwerten der Maßnahmen im E-Government zu erbringen.

Die Zahlen zeigen: Bisher gibt es nur wenige E-Government-Dienstleistungen. Statt Stau auf der Serviceautobahn, tummeln sich nur wenige Fahrzeuge. Vor allem die Vielzahl der Aufgaben und Vorgaben des Gesetzgebers drängeln sich dazwischen und verhindern einen störungsfreien Verkehrsfluss.

E-Government - Status

Servicekonten können E-Government beschleunigen

Noch werden die angestrebten Kosteneinsparungen von zusätzlichen Aufwänden überschattet. Mehr Dienstleistungen für weniger Kosten anzubieten: Das ist eine der zentralen Punkte auf der Digitalisierungsagenda. Hier erfahren vor allen Servicekonten großen Zuspruch, die den medienbruchfreien digitalen Behördengang vom Antrag bis zum Bescheid ermöglichen. Ein positives Beispiel ist das BayernPortal mit über 600.000 Zugriffen pro Woche.

Große Chancen bieten auch E-Partizipationskonzepte. Erst 42 Prozent der Städte und Gemeinden binden ihre Bürger aktiv in Entscheidungen ein. Noch setzt die Mehrheit der Verwaltungen jedoch auf Information anstelle eines aktiven Kommunikationsmanagements. Dennoch gibt es bereits vielfältige Beteiligungsportale, um das Potenzial für mehr Bürgernähe auszuschöpfen.

Big Data ist auch für Verwaltungsentscheider der beherrschende Trend, ob Prognosen zur Katastrophenvermeidung oder Analysen zur Identifikation von Optimierungsmaßnahmen – die Möglichkeiten sind vielfältig und die Erwartungen hoch gesteckt. Noch setzen sich jedoch eher Bundes- und Landesverwaltungen mit Big Data auseinander, nur elf Prozent der Kommunen haben entsprechende Initiativen gestartet.

Auch wenn sich die Verwaltungskolonne bereits mit Nachdruck in Richtung digitale Public Services bewegt, sind noch viele Knotenpunkte und Stop-Schilder zu passieren.

Foto: Getty Images / interphasesolution


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