Wie Amazon und Uber die Logistikbranche aufmischen wollen

Uber und Amazon und die Logistikbrance
Simon Oberle
durch

Der Wert des globalen Logistikmarktes wird sich in den nächsten sieben Jahren verdoppeln. Kein Wunder, dass sich Online-Einzelhändler Amazon und Taxi-App Uber diesen Markt nicht entgehen lassen wollen. Eine Infografik – Fundstück auf Trademachines.de – stellt beide Unternehmen gegenüber.

Selbstfahrende LKWs und Autos, Liefer-Drohnen, Abrufdienste – die Logistikbranche ändert sich und reagiert damit auf aktuelle Kundenbedürfnisse: immer, schneller, flexibel und sicher. Logistikunternehmen müssen innovativ werden, und mitten drin bringen zwei Tech-Riesen die Branche in Bewegung.

Infografik zu Amazon und Uber

Was Amazon und Uber logistisch können – ein Kurzüberblick

Amazon und Uber mischen beide mit ihren unabhängigen Lieferdiensten AmazonFlex und UberRush kräftig mit bei der Zustellung auf der letzten Meile. Zudem besitzen sie eigene Lkw- und Flugzeugflotten und eine Lizenz für den Seetransport für den Frachtverkehr. Selbst die Komplettautomatisierung ist kein Zukunftsszenario mehr.

Auf der letzten Meile setzen beide Unternehmen auf freiberufliche Fahrer. Diese liefern Pakete mit ihrem privaten Fahrzeug aus. Uber überträgt damit sein Personenbeförderungskonzept auf den Transport von Gütern. Amazon beschleunigt die Lieferprozesse und legt damit die Messlatte im Fulfillment noch ein bis zwei Latten höher.

Im Lkw-Güterverkehr arbeitet Amazon heimlich an einem Uber für Speditionen, heißt es, und besitzt seit 2015 tausende eigene Lastzüge. Uber hat im vergangenen Jahr Uber Freight gegründet und verbindet bereits US-Fahrer mit verfügbaren Sendungen. In Deutschland ist Uber bislang nicht vertreten. Die digitale Speditionsnische besetzen stattdessen Startups wie Instafreight und TRUCKIn.

Zu Wasser und in der Luft überlässt Uber bislang Amazon das Feld. Amazons Filiale in China darf mittlerweile Seetransporte durchführen. Zudem gibt es eine Kooperation mit der Reederei Maersk. In der Luftfracht ist der Online-Riese aus Portland die Nummer 4 – mit 40 Miet-Boeings vom Typ 767.

Riesiges Potenzial steckt in der Automatisierung von Transport- und Logistikleitungen. Sowohl Amazon als auch Uber sind hier aktiv. Der Online-Händler besitzt beispielsweise ein Patent für ein Navigationsnetzwerk zum Betrieb autonomer Fahrzeuge und meldete vier Patente für die Drohnenlieferung an. Uber hat 2016 einen Hersteller für selbstfahrende Lkw gekauft und führte bereits erfolgreiche Testlieferungen durch.

Infografik zu Amazon und Uber

Und was machen DHL und Co.?

Keine Frage: Der Kampf um Logistikmarktanteile wird durch die Digitalkonkurrenz rauer. Kein Wunder, dass sich die „Etablierten“ Amazon und Uber genau anschauen und selbst Innovationstreiber sein wollen. Die Ansätze können sich durchaus sehen lassen. Hermes schickt testweise Paketroboter durch die Innenstädte. DHLs Paketkopter überquerte bereits 2013 den Rhein und war 2016 für Medikamententransporte auf die Insel Juist im Einsatz. Die Deutsche Post will noch 2018 ein selbstfahrendes Modell seines Streetscooters ausliefern, und Airbus arbeitet an Technologien für autonome Flugzeuge. Ob es Amazon und Uber somit gelingen wird, die Logistikbranche aufzumischen, ist offen. Zumindest setzen sie neue Impulse, die die Geschäftsmodelle verändern werden.

Foto: Getty Images / mikkelwilliam

 


Simon Oberle

Simon Oberle ist Leiter des DigiLabs von Sopra Steria Consulting. Der Experte für Gestaltung der Vertriebsprozesse hat sich auf Innovationen im Banking spezialisiert.


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