Smart Energy: Wer brutzelt, der lädt

Smart Energy

Nützlich und nachhaltig, diese zwei Eigenschaften besitzt folgendes Fundstück aus der Kategorie Smart Energy: ein Campingkocher, der gleichzeitig den Akku vom Smartphone auflädt. Das Campingkraftwerk, gefunden auf Youtube, verbrennt Holz rauchfrei und erzeugt nebenbei Strom.

Wenn das Feuer eine bestimmte Temperatur erreicht hat und die kleine LED-Lampe grün leuchtet, können Handys, Tablets oder Lampen draußen in der Natur geladen werden. Über einen USB-Port lassen sich die einzelnen Geräte anschließen.

Die Geschäftsidee von Hersteller Biolite ist simpel: Energie in die entlegensten Gebiete bringen – also an die Lagerfeuer der Outdoor-Szene sowie an Orte, wo Infrastruktur nach westlichen Maßstäben rar gesät ist. Im Zentrum der Produkte steht, aus Brennstoffen wie Holz so viel Nutzen wie möglich herauszuholen.

Zum Beispiel auch aus dem Rauch: Eine Thermoelektrik-Technologie wandelt die überschüssige Hitze des Feuers in nutzbare Energie um, indem sie einen Ventilator antreibt, der die Luft in die Verbrennungskammer zurückbläst. In diesem Moment wird die Flamme verwirbelt und damit ganz klar – dadurch verbessern sich die Verbrennungswerte ungemein. Laut Biolite reduzieren sich die giftigen Emissionen so um bis zu 90 Prozent – gut für Menschen in bestimmten Regionen Asiens und Afrikas, die immer noch zu einem großen Teil Holzöfen nutzen und der Rauchentwicklung ausgesetzt sind.

Ist die Erfindung nur ein neues digitales Gadget, das wir in Wahrheit nicht brauchen und uns sogar schadet, weil es bald keine analogen Rückzugsgebiete mehr gibt und digitale Überforderung fördert? Oder ist die Idee Teil der von Torsten Säman hier im Blog eingeforderten grünen Disruption aus der Kategorie Smart Energy und bringt die Gesellschaft weiter, indem sie abgelegene Orte mit einem Stück Fortschritt versorgt? Entscheiden Sie selbst!

Foto: Biolite (https://i.ytimg.com/vi/BzRRSbnLCmE/maxresdefault.jpg)


Andreas H. Schmidt

Andreas H. Schmidt ist seit 2005 u.a. als Experte für Innovation Management bei Sopra Steria Consulting. Der studierte Wirtschaftsinformatiker beschäftigt sich sowohl mit innovativen Technologien im Umfeld von strategischen SAP-Produkten als auch mit übergreifenden Innovationsprozessen. Er hat den Aufbau des deutschen DigiLabs in Berlin verantwortet. Sein aktueller Schwerpunkt ist das Themenfeld „Business Innovation mit Big Data“.

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