Share Economy – der nächste Schritt im Community Banking

Share Economy – der nächste Schritt im Community Banking
Simon Oberle
durch

Banken, die Social Media strategisch nutzen wollen, haben mit dem Community-Ansatz einen wirksamen Weg. Die nächste Stufe von Community Banking lautet Share Economy. Hier wird die Möglichkeit geschaffen, zwischen Kunden direkt Leistungen auszutauschen.

Andere Branchen zeigen auch hier, wie der Erfolg des Share-Economy-Ansatzes aussehen kann. Airbnb in der Hotelbranche und Uber in der Taxibranche sind in dieser Disziplin Vorreiter. Das Wohnzimmer an andere Mitglieder der Community vermieten oder das eigene Auto als Taxi nutzen. Share Economy stellt für die Anbieter längst extrem lukrative Geschäftsmodelle dar. Der Marktwert von Uber wird auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzt.

Bei Banken lässt sich der Share-Economy-Ansatz beispielsweise im Crowdfunding finden. Mit dieser Form der „Schwarmfinanzierung“ lassen sich Geschäftsideen, Produkte oder Projekte auf einer Internetplattform darstellen. Eine Vielzahl von Investoren erklärt sich dann bereit, Geld für die Idee zur Verfügung zu stellen. Laut einer Studie von Ernst & Young lag der europäische Crowdfunding-Markt 2014 bei knapp drei Milliarden Euro – Tendenz steigend. Eine andere Form des Share-Economy-Ansatzes liefern Peer-to-Peer-Kredit-Plattformen wie Auxmoney. Sie vernetzen private Anleger mit privaten Kreditnehmern.

Share Economy Crowdfunding money

Dies trifft das traditionelle Geschäftsmodell der Banken, Geld von Anlegern zu verwalten und an Kreditnehmer auszuleihen. Die Funktion als Finanzintermediär wird somit durch den Share-Economy-Ansatz gefährdet. Banken sollten dies jedoch als Chance für sich begreifen. Für sie kann der Share-Economy-Ansatz ein alternatives Angebot zu den klassischen Bankprodukten sein. So können die bisherigen Zinsüberschüsse durch Provisionszahlungen durch Vermittlungen ersetzt werden. In diesem Geschäft haben Banken große Erfahrungen. Die Kompetenzen, beispielsweise die Risikobewertungen von Kreditnehmern und die bestehenden Strukturen bei der Bearbeitung von zahlungsunfähigen Kunden, können dazu genutzt werden.

Banken sollten also nicht den Kopf in den Sand stecken und den FinTechs dieses Marktsegment überlassen. Stattdessen sollten sie selbst überlegen, wie sie die Vernetzung von Kunden auch mit neuen Produktangeboten abbilden und damit ihre Geschäftsmodelle zukunftsfähig ausrichten können . Eigene Plattformen oder Kooperationen mit Share-Economy-Anbietern sollten auf der Agenda der Banken stehen.

 

Fotos: istockphoto.com/Warchi und LemonTreeImages


Simon Oberle

Simon Oberle ist Leiter des DigiLabs von Sopra Steria Consulting. Der Experte für Gestaltung der Vertriebsprozesse hat sich auf Innovationen im Banking spezialisiert.

Kommentare

  1. Ein sehr interessanter Artikel zu diesem Thema. Ich bin sehr gespannt, welche Entwicklung das ganze in Zukunft tatsächlich noch nehmen wird.

  2. Ich denke Community Banking wird immer mehr und mehr werden.

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