Next Perspectives: 2020 wird das Jahr der Daten

2020 - Das Jahr der Daten

Bislang fiel und fällt es Unternehmen und öffentlicher Verwaltung schwer, Daten in Geschäft und guten Service zu verwandeln sowie die eigenen Abläufe effizienter zu gestalten. 2020 wird es mit großer Wahrscheinlichkeit Fortschritte geben. Die Investitionen in Data Science und Verfahren der Datenveredelung werden in diesem Jahr greifen. Auch weil weitere Technologien behilflich sind.

Die Grenzen zwischen der digitalen und der physischen Welt werden 2020 noch deutlicher verschwimmen. Die Bedeutung von Hardware als Alleinstellungsmerkmal rückt in den Hintergrund, weil sich Geräte nur noch in Nuancen unterscheiden. Selbst Autohersteller werden ihre Fahrzeuge zunehmend über die eingebaute Software und digitale Angebote verkaufen und nicht mehr über PS und Design.

Vom App- zum Datenzeitalter

Unternehmen müssen für sich somit diese Fragen beantworten: Was können intelligente Apps noch, wie sicher gehen sie mit unseren Daten um, wie genau können Simulationen die reale Welt im digitalen Zwilling abbilden, um die echte Welt besser, sicherer und effizienter zu machen?

Die Nutzung von Daten wird sich zum ultimativen Verkaufsargument und Wachstumstreiber aufschwingen. Wir werden im kommenden Jahr deshalb noch mehr über Daten sprechen müssen: Welche und wie viele Daten brauchen wir? Wie schützen wir die Privatsphäre der Menschen? Wer profitiert von Daten, wem gehören sie? Wie kriegen wir die Datenqualität, die wir für künstliche Intelligenz (KI) brauchen? Dafür müssen wir nur wenige neue Programme schreiben oder Algorithmen neu erfinden.

Kluge Datenveredelung schlägt blinde Datensammlung

2020 wird auch deshalb ein Jahr der Daten, weil Unternehmen merken, dass sie bei der Datenqualität einen mächtigen Hebel haben, an dem sie ziehen können. Nicht der gewinnt, der die meisten Daten hat, sondern der, der sie am besten pflegt und aufbereiten kann. Qualitätsmanagement und Datenhygiene spielen eine große Rolle, aber auch die Kunst, Daten effizient zu beschaffen und zu veredeln. Beispiel Dashboard zur Unternehmenssteuerung: Die neue Generation ist interaktiv und lernfähig. Ziel muss es sein, ohne Umwege direkt zu den entsprechenden Informationen zu gelangen. Intelligente mitlernende Business-Analytics-Systeme werden mit Chatbots verknüpft sein. Sie werden Nutzern die Recherche abnehmen und die Datenbasis laufend anpassen. Sobald neue oder andere Informationen verfügbar sind, fließen sie in Entscheidungsprozesse ein.

Datensouveränität und Open Data für die Privatwirtschaft

Und: 2020 müssen wir auch die gesellschaftliche Debatte vorantreiben, denn es sind die ethischen und nicht-technischen Fragen, die uns bei der Datennutzung nach vorne bringen werden. Mit dem europäischen Digital-Großprojekt Gaia-X, einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), baut sich Europa ein Stück Datensouveränität.

Auf dem #DatenTag der Stiftung Datenschutz erörterten die Teilnehmer zudem Umsetzungsmöglichkeiten und Erfolgschancen einer Regulierung von Daten zur Wettbewerbsförderung. Konkret geht es um die Einführung einer Datenteilungspflicht. Ähnlich wie sich die öffentliche Verwaltung im Rahmen einer Open-Data-Strategie öffnet, sollen auch Unternehmen anonymisierte Daten für Andere freigeben. Ziel ist, Innovationen und neue Geschäftsmodelle zu fördern.

Ein guter Vorgeschmack ist der Vortrag BahnMining von David Kriesel für die Veranstaltung 36C3. Er lieferte mit seiner Datenanalyse auf Basis von API-Daten der Deutschen Bahn zwar keinen Ansatz für ein neues Geschäftsmodell, aber brachte viel Klarheit in die übliche Pünktlichkeitsdebatte. Dennoch dürfte er Viele inspiriert haben, ihrerseits offene Daten für Innovationen zu nutzen.

Next Perspectives 2020

Die Beraterinnen und Berater von Sopra Steria Next analysieren Innovationspotenziale und entwickeln sowie verbessern Geschäftsmodelle. Die Next Perspectives 2020 sind ihre Einschätzungen zu den Businesstrends, Technologien und Strategien für 2020. Die Top 5 erscheinen hier im Blog. Die vollständigen 16 Next Perspectives 2020 sind im Januar in zwei Kompakt-Beiträgen bei Linkedin erschienen:

https://www.linkedin.com/pulse/sopra-steria-next-perspectives-2020-frederic-munch/
(Teil 1: Businesstrends und Strategien)

https://www.linkedin.com/pulse/sopra-steria-next-perspectives-2020-frederic-munch-1f/
(Teil 2: Technologien und Methoden)

Die Digitalisierung muss liefern (Blog Post vom 19.02.2020)


Frédéric Munch

Frédéric Munch ist Leiter von Sopra Steria Next, der Management-Consulting-Einheit von Sopra Steria. Er liefert die strategische Sicht auf die Digitalisierung.


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