#madebygoogle – Banken müssen Gas geben

Papierflieger
Simon Oberle
durch

Google hat diese Woche mit seinem Event #madebygoogle wieder gezeigt, was es bedeutet, konsequent an Innovationen zu arbeiten und mit exzellenten digitalen Services Mehrwerte zu erzeugen. Von der Couch aus meinen Lieblingsfilm per Sprachbefehl über Google Home auf den eigenen Smart TV streamen, ohne eine Fernbedienung in die Hand nehmen zu müssen: Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität. Was das mit Banken zu tun haben soll?

Ganz einfach: Kunden vergleichen unkomplizierte und innovative Services nicht mehr nur innerhalb einer Branche. Innovative Unternehmen wie Google und Amazon setzen Maßstäbe, an denen sich Kunden generell orientieren – auch wenn sie den Service ihrer Hausbank bewerten.

#madebygoogle
Bildquelle: Googelwatchblog

Dabei liefert Google wichtige Impulse für Banken, um dem Ziel Digitale Exzellenz näherzukommen. Wenn ich mit einem Freund über Essen chatte, kann mir der Google Assistent direkt in der App Vorschläge zu guten Restaurants in meiner Nähe liefern, ohne weitere Daten eingeben zu müssen. Der Vergleich mit der Customer Journey bei einer Bank lässt schnell den großen Nachholbedarf in der Disziplin Data Driven Agility erkennen. Will ich beispielsweise einen Kredit bei meiner Bank beantragen, muss ich diese zunächst umfangreich über meine Einnahmen und Ausgaben aufklären, obwohl diese Daten aus meinem Konto ersichtlich wären. Das ist alles andere als unkompliziert und einfach.

Ziehen wir ein weiteres Beispiel heran: Digital Platform Management. Google bindet bereits mit dem ersten Launch von Google Home wie selbstverständlich diverse Plattformen an – beginnend bei Spotify für das Streaming von Musik über Buchungsplattformen wie OpenTable bis hin zu Smart-Home-Systemen von Samsung oder Philips. Das erzeugt viel Komfort für den Kunden.

Bei Banken stellt bereits die Anbindung eigener Verbundunternehmen wie Versicherer durch veraltete IT-Systeme einen Kraftakt dar. So müssen Kundenberater in einem Beratungsgespräch häufig noch gesonderte Systeme aufrufen, um die passende Versicherung zu finden. Bei Kunden führen diese getrennten Plattformen teilweise bis zu getrennten Logins für verschiedene Finanzdienstleistungen. Anbindungen von externen Plattformen sind für die meisten Banken noch ferne Zukunftsmusik.

Dies sind nur einige Beispiele um deutlich zu machen, dass Banken ihre Veränderungsgeschwindigkeit deutlich steigern müssen, um den Anschluss an die Entwicklungen in der Digitalisierung nicht komplett zu verlieren. Zudem müssen sie mit den verfügbaren Daten neue, wertvolle Services für Kunden schaffen. Nur so können Banken die steigenden Anforderungen von Kunden an einfache und komfortable Dienstleistungen in Zukunft noch erfüllen.

Foto: Getty Images / Michael Blann


Simon Oberle

Simon Oberle leitet bei Sopra Steria NEXT den Bereich Future Management Consulting für Financial Services sowie die DigiLabs. Er ist Experte für neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Digitalisierungsstrategien in Banken.


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