Infografik über digitale Überforderung

Digitale Überforderung

Im Juli 2016 haben wir über ein Online-Panel mehr als 200 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern zum Thema digitale Überforderung befragt. Die Ergebnisse haben wir in einer Infografik verdichtet. Der von den Unternehmen abgefragte Status-quo zeigt deutlich, dass digitale Überforderung bei Mitarbeitern und Führungskräften real ist.

Zumindest sind die Risikofaktoren für ein Auftreten vorhanden. Mitarbeiter spüren, dass sie sich zwischen der nächsten E-Mail, dem nächsten Tweet oder Chat sowie dem Blick auf irgendein Dashboard nicht auf einen Gedanken oder einen Vorgang konzentrieren können. Die vielen neuen Tools buhlen um Aufmerksamkeit und treten in direkte Konkurrenz mit der eigentlichen Arbeit. Digitale Ablenkung droht, mittelfristig zu einer Art Berufskrankheit zu werden – und zum Wirtschaftsbremser: Der Internetverband eco sprach 2013 von einem weltweiten Schaden von 500 Milliarden Euro pro Jahr durch digitale Ablenkung.

Infografik Digitale Überforderung

Für eine Arbeitswelt 4.0 benötigen die Beschäftigen Hilfestellung, wie sie der Ablenkung widerstehen und mit Tool-Vielfalt zurechtzukommen. Unternehmen unterschätzen hier häufig den Lernbedarf und strapazieren dabei die Aufnahmebereitbereitschaft ihrer Teams. Zusätzlich zum Job und in Eigenregie sollen agile Methoden wie Scrum in Fleisch und Blut übergehen. Gestandene Geschäftsstrategen sollen im Selbststudium verstehen, warum Snapchat auf einmal gut fürs Geschäft sein soll, und Entscheider sollen abschätzen können, welche Information im expandierenden Big-Data-Kosmos denn nun relevant für die eigene Arbeit ist.

Es fehlt eine Strategie, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter systematisch mit den nötigen digitalen Skills ausstatten, ohne sie dabei zu überfordern. Bei Technik und Prozessen gibt es dieses strategische Vorgehen. Wenn Banken ihre IT modernisieren, um mit den Fintechs mitzuhalten, gibt es dicke Pflichten- und Lastenhefte. Wenn die Industrie Maschinen und Autos vernetzt, wird jedes technische Detail auf Sicherheitsrisiken abgeklopft. Wenn die Verwaltung in E-Government investiert, gibt es Vorstudien zu Tools und Prozessen. Es wird Zeit, den Punkt digitale Befähigung in die Pflichtenhefte zur Digitalisierung aufzunehmen – damit digitale Überforderung nicht zur Fallgrube der digitalen Transformation wird.

Linktipp: Thinktank – Zukunftsfähige Arbeitswelten

Diese und weitere Gedanken zum Thema Arbeit 4.0 hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) in einem ThinkTankPlus Zukunftsfähige Arbeitswelten veröffentlicht.

Foto: Getty Images / PeopleImages.com


Urs M. Krämer

Urs M. Krämer ist seit Anfang 2013 bei Sopra Steria Consulting und übernahm im April 2014 die Rolle des Chief Executive Officers. Der Stratege und Managementberater legt sein Hauptaugenmerk auf Performance und Change Management.


Kommentare

  1. Ergebnisse der Befragung, für die Sopra Steria Consulting im Juli dieses Jahres mehr als 200 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen ab 500 Mitarbeiter, befragt hat.

  2. Das größte Hindernis lautet “Multi-Tasking”: Unsere Gehirne sind einfach nicht dafür geschaffen. Nicht umsonst investiert man bei Google und Co. mittlerweile in Achtsamkeits-Seminare 😉

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