Da steckt Magie drin: Hybrides Projektmanagement

Da steckt Magie drin: Hybrides Projektmanagement

In Digitalisierungsprojekten stehen Unternehmen vor der Herausforderung, dass sie sowohl das dynamische Umfeld von Online- und Mobile-Projekten als auch die geringe Eignung von UX- und UI-Design-Projekten für den agilen Ansatz vereinbaren müssen. Eine Lösung bietet das hybride Projektmanagement. Dabei werden die Vorteile der klassischen und agilen Methoden kombiniert.

Anwendung des Design-Thinking-Prinzips

Konzeption und Visualisierung erfolgen nach dem Design-Thinking-Prinzip. Ziel ist, das Projektergebnis für den Kunden so attraktiv wie möglich zu gestalten. Das Umsetzungsteam versetzt sich deshalb so exakt wie möglich in die Lage der späteren Nutzer. Hierzu ist es erforderlich, während der Projektdurchführung immer wieder Rückmeldungen seitens der Zielgruppe zu erhalten. Dafür braucht es Prototypen für die Konzeption der Nutzeroberflächen, der Navigation- und Menüstrukturen sowie der Pageflows. Diese Prototypen müssen in regelmäßigen, möglichst kurzen Zeitabständen bereitgestellt werden. Das Nutzerfeedback ist wichtig, um das Projektergebnis iterativ und inkrementell zu verbessern. Das Design-Thinking-Prinzip folgt aufgrund der geforderten Kreativität und der geschuldeten Komplexität keinem starren Prozess. Es lässt sich demnach auch nur schwer in Timeboxen unterteilen.

Hybrides PM 01

Quelle: Sopra Steria Consulting

Umsetzung erfolgt agil

Die technische Realisierung des Projekts wird dagegen agil durchgeführt, beispielsweise mit Hilfe von Scrum. Das bedeutet, dass man, sobald sinnvolle Ergebnisse aus dem Design-Thinking vorliegen und diese evaluiert wurden, das Product Backlog mit den User Stories füllt und in Sprints abarbeitet. Es werden dabei so viele Iterationen durchgeführt, bis ein Ergebnis erreicht ist, in dem es nicht möglich ist, eine Eigenschaft zu verbessern, ohne zugleich eine andere verschlechtern zu müssen (Pareto Optimum). Da man sich diesem Zustand inkrementell nähert, sprich in kleinen Schritten, und dabei auf die Erfahrungen der Nutzer zurückgreift, geht man vor allem auch empirisch, also durchaus in gewisser Weise nach dem Try-and-error-Prinzip“ vor.

Hybrides PM 02

Quelle: Sopra Steria Consulting

Hybrides Modell auch bei wenig Scrum-Erfahrung geeignet

Ein hybrides Projektmanagement hat darüber hinaus einen Vorteil: Ein teilweise agiles Vorgehen ist unter Einbeziehung eines Projektmanagers auch dann möglich, wenn der Product Owner wenig Erfahrung damit hat. Somit kann sowohl der Dynamik des Projektumfelds als auch den Erfordernissen der Mitarbeiter Rechnung getragen werden. Diese Mischform eignet sich somit auch für Unternehmen, die sich selbst weniger stark in den Prozess einbringen wollen oder können.
Am Ende entscheidet ein zentraler Faktor über das Vorgehen und den Erfolg bei Online- und Mobile Projekte: Die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse, Erwartungen und Ziele des Nutzers. Diesem Gesetz müssen sich alle Entscheidungen unterordnen.


Matthias Frerichs

Matthias Frerichs ist Leiter der Unit Digital Banking bei Sopra Steria Consulting. Seine Beratungsschwerpunkte sind die Themen Digitalisierung und IT-Architekturen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker besitzt mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im IT- und Finanzumfeld.


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