Arbeit 4.0: Das optimale Business-Casual-Verhältnis finden

Arbeit 4.0

Ein Thema aus unserem bald erscheinenden Managementkompass „Arbeitswelt der Zukunft“ passt gut als Nachklapp zur Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ in der ARD: Es geht um Collaborative Workplace als wichtige Teildisziplin für das Erreichen digitaler Exzellenz. Durch die Digitalisierung findet eine Umverteilung von operativer zu kreativer und innovativer Arbeit statt. Für diese Formen einer Arbeit 4.0 haben die wenigsten Unternehmen passende Arbeitsplätze.

Für jede Aufgabe den passenden Raum

Der digitale Wandel bewirkt, dass Innovation zum Motor für Wettbewerbsfähigkeit wird. Die meisten kreativen Ideen entstehen in Teams und nicht durch das Warten auf den genialen Einfall eines Einzelnen. Ein Grund, warum Unternehmen die Arbeitsumwelt zunehmend zugunsten (klein)gruppenorientierter Arbeit umgestalten. Dafür benötigen sie Räume, in denen Mitarbeiter schnell zusammenkommen können, sich Kollegen virtuell dazuschalten lassen und keine formale Konferenzatmosphäre herrscht, sondern ungezwungener Gedankenaustausch möglich ist und das Networking der Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen im Vordergrund steht.

Die Arbeit in agilen Projekten wird durch die Digitalisierung zunehmen. Aus innovativen Einfällen sollen neue Produkte, Dienstleistungen, verbesserte Prozesse und letztendlich ein verbessertes Geschäftsergebnis entstehen. Um das zu schaffen, wird die anfangs diffuse Idee später in handhabbare Teilprojekte und Arbeitspakete zerteilt und bearbeitet. Dafür braucht es einen Collaborative Workplace in Form kleinerer Gemeinschaftsbüros. Sie sind medial so ausgestattet, dass Teams fokussiert und doch im Austausch mit anderen Teams am Projektergebnis arbeiten können.

In einer Arbeitswelt der Zukunft wird es auch Arbeiten geben, für die Ruhe und Konzentration wichtig sind. Unternehmen sind somit gefordert, Räumlichkeiten bereitzustellen, in denen man auch mal auf gut deutsch „etwas wegschaffen“ kann. Diese Orte der Konzentration sind wichtig, denn durch die wachsende Zahl digitaler Tools und Kommunikationsplattformen steigt das Risiko digitaler Überforderung und dass die Produktivität sinkt. Der Arbeitgeber in einer digitalen Arbeitswelt ist damit gefordert, die Mitarbeiter zu befähigen und technisch zu unterstützen, dass sie nicht unnötig abgelenkt werden. Mehr Infos zu dem Thema haben wir in einer Studie zusammengefasst.

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Das Verhältnis zwischen fokussierter Arbeit und lockerem Austausch muss stimmen

Wenn Mitarbeiter also künftig agil und ortsungebunden zusammenarbeiten sollen, benötigen sie dafür die passenden räumlichen Bedingungen. Der Raum wird zum Unterstützer bei der Lösung der Aufgabe. Die Raumgestaltung wie Farbe, Licht und Büromöbel sollte sich an der jeweiligen Aufgabe orientieren. Gleiches gilt für die Arbeitsatmosphäre und die technische Ausstattung. Kreatives Arbeiten entsteht beispielsweise nicht, wenn alle für sich an ihrem abgeschirmten Bildschirmarbeitsplatz vor sich hin tüfteln.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Unternehmen komplett in ein einziges kreativen Barcamp oder eine Socialising Area mit Kickertisch und Salatbuffet verwandeln sollen. Es geht darum, dass sich die Mitarbeiter je nach Aufgabentyp den für sie am besten geeigneten Arbeitsplatz eigenständig wählen können. Herausforderung für Arbeitsplatzorganisation ist, die richtige Balance aus Business und Casual zu finden. Denn eine gemütlich-kreative Arbeitsatmosphäre erfüllt keinen Selbstzweck. Am Ende soll sich Collaborative Workplace in Ergebnissen niederschlagen.

Foto: Getty Images / Peopleimages


Matthias Frerichs

Matthias Frerichs ist Leiter der Unit Digital Banking bei Sopra Steria Consulting. Seine Beratungsschwerpunkte sind die Themen Digitalisierung und IT-Architekturen. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker besitzt mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im IT- und Finanzumfeld.


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