Smart heizen: Automatisierung durch vernetzte Systeme

Smart heizen
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Die Energiebranche arbeitet an den Heizkonzepten von morgen. Im Idealfall sind sie intelligent. Im Ergebnis heißt das: effizient und auf Basis erneuerbarer Energien. Technisch heißt es aber vor allem: mittels abgestimmter, miteinander kommunizierender Systeme. Der Nutzen reicht von einem optimierten Gesamtsystem mit weniger Energieverbrauch bis zu mehr Komfort bei der Bedienung.

Beim Thema „Digitalisierung im Haus“ ist die Akzeptanz größer, als von vielen angenommen. Das ergab eine Umfrage des „Energie-Trendmonitor“ von STIEBEL ELTRON. 2015 war bereits 38 Prozent der Befragten die Steuerung des Energieverbrauchs, z. B. mit Hilfe einer App, wichtig bis sehr wichtig. Nur 13 Prozent gaben an, darauf verzichten zu wollen. Heute liegen die Zahlen noch einmal höher. Das Interesse stieg auf über 50 Prozent – und es zieht sich durch alle Altersgruppen.

In Smart Homes steckt bereits viel digitale Exzellenz. Verschiedene Systeme arbeiten nebeneinander: Licht, Rollläden und Heizung werden automatisch gesteuert – und jedes System verfügt über eine eigene Regelungstechnik. Ein ähnliches Bild entsteht, wenn man sich das einzelne System genauer ansieht: Betrachtet man die Heizflächenregelung, kann es sein, dass die Thermostatventile der Heizkörper (bzw. die Zonenventile bei der Fußbodenheizung) und der Regler des Wärmeerzeugers unabhängig voneinander arbeiten, schlimmstenfalls auch gegeneinander. Das nächste Ziel besteht also in der Verbindung der Systeme. Hier sind die unterschiedlichen Hersteller, Versorger und Dienstleister zu mehr Zusammenarbeit gefordert.

Nicht nebeneinander, sondern miteinander: die Kommunikation der Systeme

Zukünftig wird die Regelungstechnik der Heizungsanlage stärker automatisiert und besser vernetzt sein. Bei solch einer integrierten Heizungsregelung können Thermostatventile, Zonenventile, Raumtemperaturfühler und der Regler des Wärmeerzeugers, z. B. der Wärmepumpe, über Funk kommunizieren. Der Regler der Wärmepumpe und die Regelung der Heizflächen tauschen sich untereinander aus und optimieren so das System. Die Heizkurve stellt sich selbst „richtig“ ein. Praktisch heißt das, dass die Heizungsvorlauftemperatur angehoben wird, wenn trotz vollständig geöffneter Zonen- oder Thermostatventile ein Raum nicht ausreichend warm wird. Zudem wird die Vorlauftemperatur der Heizung abgesenkt, wenn die Zonen- und Thermostatventile über ein bestimmtes Maß hinaus geschlossen wurden, ohne dass die Raumtemperaturen dadurch abgesunken sind.

Auch ein hydraulischer Abgleich kann in bestimmten Grenzen automatisch erfolgen. Wird ein Raum trotz geöffneter Heizflächenventile nicht warm, so wird die Vorlauftemperatur der Heizung angehoben. Da jetzt die Temperatur in den anderen Räumen über den Sollwert ansteigt, schließen dort die Heizflächenventile ein Stück weit und der Raum, der am kältesten ist, bekommt einen größeren Teil des Heizungswasser-Volumenstroms ab. Sofern die Heizungsrohrleitungen korrekt dimensioniert sind und keine zu hohen Druckverluste aufweisen, wird dadurch der hydraulische Abgleich der Heizflächen automatisiert.

Kunden und Handwerker profitieren

Für den Handwerker werden die Installation und die Einstellung der Heizungsanlage erleichtert und die Wahrscheinlichkeit, dass er erneut zum Kunden fahren muss, um Einstellungen der Heizungsanlage zu optimieren, wird verringert. Der Endkunde muss sich weniger um die Bedienung seiner Heizungsanlage kümmern und hat dennoch den gewünschten Komfort. Zusätzlich spart er durch die ständige automatisierte Optimierung der Heizungsanlage Energie.

Über den Autor:
Dr. Kai Schiefelbein
Dr. Kai Schiefelbein ist Mitglied der Geschäftsführung der STIEBEL ELTRON-Gruppe und Stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands Wärmepumpe.

Foto: Getty Images / AndreyPopov


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