Mobile Banking übernimmt die Pole Position

Mobile Banking - Pole Position
Simon Oberle
durch

Im Rahmen der Studie „Bankberatung der Zukunft“ waren sich bereits 2015 97 Prozent der Bankentscheider einig, dass Mobility zu tiefgreifenden Veränderungen des Banking führen wird. Eher verhalten gaben jedoch nur 25 Prozent der Bankkunden an, die Banking-App auf ihrem Smartphone zu nutzen. Eineinhalb Jahre später hat Mobile Banking die Pole Position übernommen und Online-Banking auf die hinteren Plätze verwiesen.

Mobile hat Online-Banking überholt

Jüngst verkündete Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), dass innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe erstmals mehr Mobile als Online-Banking-Überweisungen ausgeführt wurden. Ein triftiger Grund, konsequent in die Weiterentwicklung von Mobile Banking zu investieren. Laut unserer Studie Branchenkompass Banking planen drei Viertel der Banken bis 2019 Investitionen in nennenswertem Umfang – Tendenz steigend.

Banking so einfach wie WhatsApp

Dazu zählen auch die Sparkassen: Die Sparkassen-Finanzgruppe hat 2016 seine Mobile Apps einem Relaunch unterzogen und um neue Features wie Foto- und P2P-Überweisungen (Handy-zu-Handy-Bezahlfunktion) ergänzt. Bei kleineren Beträgen ist nicht einmal mehr eine TAN notwendig. Damit wird Mobile Banking so einfach wie WhatsApp.

Andere Kreditinstitute arbeiten ebenfalls daran, diesen Trend nicht zu verschlafen, das Kundenverhalten kontinuierlich zu antizipieren und die eigenen mobilen Angebote den Bedarfen anzupassen. Das funktioniert nur, indem man das Feedback der aktiven User und die Rückmeldungen der Kunden im Einzelgespräch konsequent berücksichtigt und keine Scheu vor neuen Formen von Banking zeigt.

Bargeld verliert immer mehr an Bedeutung

Der Markt für mobiles Bezahlen wächst in Deutschland im EU-Vergleich eher langsam. Deutsche und Österreicher hängen im Vergleich noch am meisten an ihren Münzen und Geldscheinen, auch wenn Dienste wie PayPal deutlich an Vertrauen hinzugewonnen haben. Im übrigen Europa kann man dagegen von einem regelrechten Boom sprechen. Bargeld wird immer mehr durch Mobile Payment verdrängt.

Der hierzulande für 2017 erwartete Rollout von Apple Pay wird allerding dafür sorgen, mobiles Bezahlen auch in Deutschland über kurz oder lang aus dem Nischendasein verschwinden zu lassen. Für Banken bedeutet das, sich weiterhin intensiv damit zu befassen, wie sich das mobile Bezahlen entwickelt und seine eigenen Mobile Banking- und Mobile-Payment-Lösungen weiter zu vereinfachen.

Foto: Getty Images / jaywarren79


Simon Oberle

Simon Oberle leitet bei Sopra Steria NEXT den Bereich Future Management Consulting für Financial Services sowie die DigiLabs. Er ist Experte für neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Digitalisierungsstrategien in Banken.


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