Mobile Banking 4 Kids – Ein Erfahrungsbericht

Mobile Banking 4 Kids

Nach zwei Jahren Fintech Start-up wechselte ich als UI/UX-Designerin in eine Management- und Technologieberatung. Ziemlich ungewöhnlich: Zwar sehnte ich mich nach etwas mehr Ruhe und Struktur, doch langweilig sollte es keinesfalls werden. Als dann noch die Wörter Mobile Banking für Kinder und agile Entwicklung fielen, wurde ich extrem neugierig. Kann eine Unternehmensberatung wirklich mit einem Fintech mithalten und eine Banking App für Kinder entwickeln?

Zugegeben: Die Banken-Branche ist nicht als die innovativste und modernste bekannt, doch mit Nutzerbefragungen und Workshops lassen sich bemerkenswerte Erkenntnisse gewinnen. Durch diese Erkenntnisse, Markt- und Konkurrenzanalysen, dem Vergleich früher zu heute sowie dem Blick auf die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche entwickelten wir ein Konzept für die App Mobile Banking 4 Kids. Ziel der App ist, der Zielgruppe „Kinder im Alter von 8 – 12 Jahren“ spielerisch den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und Sparen beizubringen.

Doch brauchte der Markt ein solches Konzept? Wir kamen zu folgendem Ergebnis:

  • Das klassische Bankgeschäft ist unattraktiv für Kinder.
  • Vorhandene Konzepte wie Sparbuch und Prämiensammeln sind filialgebunden und nicht zeitgemäß.
  • Eltern haben zu wenige Steuerungsmöglichkeiten, den Umgang der Kinder mit Geld zu beeinflussen.

Unsere Antwort: Ja, der Markt braucht ein solches Konzept, und zwar in Form einer Smartphone App. Sie soll die klassischen Onlinebanking-Funktionen enthalten und durch den gezielten Einsatz von Gamification-Elementen für Interaktion sorgen. Schließlich sollen die Kinder möglichst positive Erfahrungen als Nutzer machen.

Die Mobile Banking App verfügt über ein Taschengeld- und ein Sparkonto. Das Kind kann nur innerhalb der beiden Konten Geld überweisen. Transaktionen nach „draußen“ sind nicht möglich. Im Sparkonto kann das Kind Sparziele anlegen und Prämienpunkte sammeln. Mit den gesammelten Prämienpunkten kann es „Skins“ freischalten, die das Aussehen der App verändern. Personalisierungen, wie das Hochladen eines Profilfotos sowie die Auswahl der Sprache und einer neuen PIN, sind über die „Profil“-Funktion möglich. Die meiste Interaktion passiert in der „Wunschzettel“-Funktion: Die Kinder können hier via Barcode Scan Produkte als Wünsche anlegen und per Social Media an ihre Kontakte senden.

„Hach, schon wieder eine App, die keiner braucht, und auch noch für Kinder?!“ werden sicherlich einige denken. Doch analysiert man die Zielgruppe genau und führt bestenfalls qualitative Nutzertests mit ihr durch, so werden die Vorteile sichtbar.

Vorteile für die Banken:

  • Es wird eine Marktlücke gefüllt. Es gibt kein vergleichbares Modell in der Banken-Branche.
  • Zwei Zielgruppen werden mit nur einem Produkt angesprochen.
  • Zwei Zielgruppen werden mit nur einem Kanal (Mobile Channel) angesprochen.
  • First-Mover-Vorteil
  • Frühzeitige Kundenbindung
  • Nachhaltige Kundenbindung

Vorteile für die Eltern:

  • Sie haben die Transparenz darüber, wie ihre Kinder mit Taschengeld und Sparbuch umgehen.
  • Sie erhalten ein Instrument, ihre Kinder spielerisch an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld heranzuführen.

Mobile Banking 4 Kids Protoyp

Nach der Ausarbeitung des Konzeptes für das Business Modell, der Funktionen und Struktur, musste die App Mobile Banking 4 Kids ein Erscheinungsbild bekommen. Wir erstellten ein klares Design- und Kommunikationskonzept, das auf die Bedürfnisse der jungen Nutzergruppe eingeht, intuitive Interaktionsmöglichkeiten bietet und ansprechend aussieht.

Auf dieser Basis entstand ein App-Prototyp für die Betriebssysteme „Apple iOS“ und „Android“. Damit konnten wir ab sofort quantitative Nutzertests vornehmen, in denen wir Funktionsweise, Klickverhalten und Userflows überprüften und Verbesserungen vornehmen konnten.

Mein persönliches Fazit: Gar nicht schlecht für ein Viererteam, das sich vorher nicht kannte … und das auch noch in einer Management- und Technologieberatung. Echtes Fintech-Feeling und sowas von nicht eingestaubt!


Johanna Broll

Johanna Broll arbeitet seit August 2015 als UI/UX-Consultant bei Sopra Steria Consulting. Die studierte Diplom-Designerin hat sich auf die Konzeption und das Visual Design von User Interfaces spezialisiert.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.