DE-CIX wird 25 Jahre alt: Wie der Frankfurter Knotenpunkt die Geschichte des Internets schreibt

Internetknoten DE-CIX

DE-CIX – der größte Internetknoten der Welt – feiert Geburtstag. Seit 25 Jahren schreibt die Einrichtung ganz wesentlich an der Geschichte des Internets mit. Was in Frankfurt begann, ist inzwischen zu einem internationalen Infrastruktur-Dienstleister herangewachsen.

Es ist ein Geburtstag unter besonderen Vorzeichen. Noch nie in seiner Geschichte spielte der DE-CIX für Unternehmen und Millionen von Menschen in Deutschland, in Europa und rund um den Globus eine so große Rolle wie während der vergangenen Wochen und Monate.

Als Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Homeoffice auswichen und ein großer Teil der Republik infolge des Lockdowns einfach zuhause blieb, verzeichnete der größte Internetknoten der Welt einen neuen Rekord. In Spitzenzeiten registrierten die Verantwortlichen einen Datendurchsatz von neun Terabit pro Sekunde – rechnerisch entspricht das der Information von rund 7,3 Millionen Dokumentenseiten oder der Datenmenge von 281 Spielfilmen.

Internet-Geschichte „Made in Germany“

Vor 25 Jahren begann das, was heute ein Stück Internet-Geschichte „Made in Germany“ ist. Streaming, Home-Office, Surfen auf Websites – vieles davon wäre so heute nicht denkbar, hätten sich am 26. Juni 1995 nicht drei Internet Service Provider im alten Postgebäude im Frankfurter Gutleutviertel zusammengetan, „um die globale digitale Vernetzung voranzutreiben und den effizienten und kostenneutralen Datenaustausch über Internetknoten zu etablieren“, wie es in einer Pressemitteilung anlässlich des Jubiläums heißt. Betrieben wird DE-CIX inzwischen vom eco Verband der Internetwirtschaft.

Als das Netz Laufen lernte

Um das in Perspektive zu setzen: Im Gründungsjahr gab es rund 16 Millionen Internet-Nutzer – weltweit. Inzwischen beläuft sich diese Zahl auf mehr als vier Milliarden. Mit seinen über 20 Standorten in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Nordamerika macht der DE-CIX neben dem Knotenpunkt in Frankfurt heute auch einen wichtigen Bestandteil der globalen Interconnection-Infrastruktur aus. „Mitte der Neunziger mussten Datenströme zwischen unterschiedlichen Providern zweimal den Atlantik überqueren – selbst dann, wenn Sender und Empfänger tatsächlich nur wenige Kilometer voneinander entfernt waren“, sagt DE-CIX-Geschäftsführer Harald A. Summa bei Youtube.

Der Zusammenschluss der Provider in Frankfurt mit der Deutschen Commercial Internet Exchange sollte das ändern – und eine Erfolgsgeschichte begründen. Mit dem Aufkommen neuer Technologien wie dem Internet der Dinge oder dem autonomen Fahren, mit der Verbreitung und dem Einsatz von Cloud-basierten Lösungen steigt der Bedarf einer verlässlichen Infrastruktur und einer funktionierenden Vernetzung, die geringe Latenzen und ebenso geringe Risiken für Ausfallzeiten bedeutet.

Technologische Weiterentwicklung

„Es geht dabei weniger um Volumen als um Qualität. Je lokaler man aufgestellt ist, desto kürzer sind die Datenpaketlaufzeiten“, sagt Ivo A. Ivanov, CEO von DE-CIX International in einer Pressemitteilung. Daher treibt DE-CIX auch eine internationale Expansion voran. 2012 eröffnete DE-CIX einen Knotenpunkt in Dubai, später folgten Malaysia, Indien, der Nahe Osten. In New York etablierten die Frankfurter in den letzten fünf Jahren den größten neutralen Internetknoten innerhalb der Metropolregion.

Auch die technologische Entwicklung trieben die Macher des Knotenpunktes voran und planen das auch für die Zukunft. Software-definierte Infrastrukturen gehören ebenso dazu wie der weltweit erste Patch-Roboter, den DE-CIX nutzt, um neue Kunden an den Knotenpunkt anzuschließen.

Informationen zum Jubiläum von DE-CIX

Weitere Informationen haben die Betreiber auf einer eigenen Jubiläumswebsite zusammengestellt, dort findet sich auch eine Auswahl der größten Momente aus 25 Jahren DE-CIX – oder vielmehr der Internetgeschichte, die der Frankfurter Knotenpunkt entscheidend mitgeprägt hat.

Bildquelle: DE-CIX


Christoph Henkels

Christoph Henkels ist Business Line Manager Telecommunications bei Sopra Steria. Hier bloggt er über digitale Technologien der Branche wie 5G, künstliche Intelligenz und Narrowband IoT.


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