Community Banking – mehr als ein Facebook Account

Community Banking
Simon Oberle
durch

Teilen, Liken und sich selbst im Netz präsentieren. Social Media ist in aller Munde, doch die meisten Banken stehen ratlos vor der Fragestellung, was diese Verhaltensweisen der Kunden für das eigene Business bedeutet. Häufig wird das Thema Community Banking durch Manager in Banken belächelt und als nicht relevant betrachtet.

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich. Der Community-Ansatz als ein Teil des Social-Media-Prinzips ist in der Lage, Leute zu motivieren, zu begeistern und zu mobilisieren. Erfolgsgeschichten sind dabei nicht nur in den USA zu finden.

Das im Juni 2013 in München gegründete Unternehmen freeletics nutzt den Community-Ansatz, um Fitnessstudios den Kampf anzusagen. Die Mitglieder der Fitness Community vergleichen sich dabei über Bestzeiten und geben sich gegenseitig Tipps. Je besser und schneller der Workout, desto mehr Punkte bekommt der User und desto schneller steigt das persönliche Level. Der Gamification-Ansatz wird somit gezielt zur Motivation und zur Kundenbindung genutzt. Das Training findet im Park, auf dem Bolzplatz oder einfach auf der nächsten Wiese statt. Mit mehr als sieben Millionen Usern und einem Zuwachs von 12.000 neuen Mitgliedern pro Tag wird der Onlinedienst zur ernstzunehmenden Konkurrenz der Fitnessstudios.

Und was hat das mit dem Bankgeschäft zu tun?

Die Nutzung des Internets als Plattform zum Austausch mit anderen Usern oder Kunden ist eine Verhaltensweise, die sich in der jüngeren Generation etabliert hat. Dies gilt auch für das Bankgeschäft. Unsere Studie „Bankberatung der Zukunft“ zeigt: Die Ansätze im Community Banking, wie die Empfehlung von Bankdienstleistungen, das Teilen von Erfahrung, die Nutzung von Foren und der Vergleich mit anderen Bankkunden, ist bei Kunden zwischen 18 und 24 Jahren sehr beliebt.

Community Banking

Quelle: Studie „Bankberatung der Zukunft“, Sopra Steria Consulting

Die fidor Bank verfolgt als eine der ersten Banken in Deutschland den Community-Ansatz konsequent und beschreibt diesen als „Dialog mit der Bank auf Augenhöhe“. Sie will damit – anders als viele etablierte Finanzdienstleiter – „Intransparenz und Informations-Asymmetrie“ auflösen.

Vieles ist mit Community Banking möglich

Das Community Banking sollte auf der Agenda aller Banken stehen, denn Banking ist Vertrauen! Und was schafft mehr Vertrauen, als eine Empfehlung von anderen Bankkunden? Zufriedene Kunden sind der beste Vertriebsmitarbeiter jeder Bank.

Social Media bedeutet mehr als nur Gewinnspiele auf Facebook anzubieten. In Communities können sich Banken über Mehrwerte unterscheiden. Denkbar sind Webinare mit Experten zur Existenzgründung sowie Tipps zu aktuellen Geldanlageformen. Über den Ansatz erhalten Banken Feedback zu Verbesserungen ihrer Bankdienstleistungen und können gleichzeitig die Weiterempfehlung als Vertriebsinstrument nutzen.

 

Foto: iStockphoto.com/Petar Chernaev


Simon Oberle

Simon Oberle leitet bei Sopra Steria NEXT den Bereich Future Management Consulting für Financial Services sowie die DigiLabs. Er ist Experte für neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Digitalisierungsstrategien in Banken.


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