Blockchain – es wird konkret

Blockchain Identity Management

Wie Blockchain und Distributed Ledger ungefähr funktionieren, wissen immer mehr Menschen. Selbst für den privaten TV-Zuschauer wird die Technologie interessant – siehe Bitcoin Mining. Es ist schön zu sehen, wie sich nun viele Unternehmen auf die Entwicklung konkreter Anwendungsfälle fokussieren. Eine Sammlung praktischer Use Cases und Einsatzgebiete abseits von Bitcoin hat die Plattform blockchaingeeks zusammengestellt. Hier sind 5 Beispiele aus den Kategorien Smart Finance, Smart Identity, Smart Property, und Smart Government.

1. Intelligente Anleihen

Wenn verschiedene Parteien Vermögenswerte handeln und verwalten, ist das komplex und birgt Risiken, vor allem bei internationalen Transaktionen. Makler, Depotbank und Abwicklungsmanager haben alle ihre eigenen Aufzeichnungen. Das ist ineffizient und lässt Raum für Fehler. Blockchain reduziert Fehler durch das Consensus-Verfahren. Gleichzeitig vereinfacht die Technoligie den Handelsprozess, weil auch Transaktionen ohne Vermittler möglich sind. Beispiel: UBS: Die Schweizer Bank forscht im Londoner Fintech-Lab bereits seit 2015 an einer intelligenten Anleihe (Smart Bond).

2. Herr über die digitale Identität bleiben/werden

Ein hochspannendes Szenario für die Technologie ist das Management seiner eigenen Identität im Netz. Die Idee: Bürger und Verbraucher hinterlegen ihre Identität einmalig bei einem Trust Provider. Das können beispielsweise Banken und Behörden sein. Danach können die Nutzer über diese zentrale Blockchain-Plattform rechtsicher Geschäft im Internet abschließen. Unternehmen und Verwaltungen würden sich ebenfalls über diese Trust-Stellen anmelden und hätten nur Zugriff auf die Daten, die für die einzelne Transaktion nötig sind. Das reduziert zum Beispiel das SPAM-Risiko und würde die Ära der vielen Online Accounts und Passwörter beenden. Oliver Naegele, Leiter des FinTech Headquarters, arbeitet beispielsweise an einem solchen Trust Provider Network.

3. Blockchain und das Internet-of-Things (IoT)

Für die Industrie, zum Beispiel den Automobilsektor, ist die Blockchain ebenfalls interessant. Physische Waren bekommen quasi eine eigene digitale Identität. Sensoren sorgen für eine vollständige Transparenz der Liefer- und Wertschöpfungskette. Hersteller und Zulieferer wissen damit immer, wo ihre Waren und einzelnen Bauteile sind – und das über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Die Daten können sie unter anderem für Anwendungen wie Predictive Maintainance, eine gezielte Kundenansprache sowie für die Verbesserung ihrer Produktionsplanung verwenden. Die Blockchain speichert, verwaltet, schützt und überträgt diese intelligenten Informationen.

4. Smart Property

Blockchain lässt sich auch in Häuser sowie Patente, Eigentums- oder Firmenaktien einbetten. Smart Keys könnten genutzt werden, um den Zugang zu diesen Wertgegenständen für bestimmte Personen zu erleichtern. Das Ledger speichert und erlaubt den Austausch dieser intelligenten Schlüssel, sobald der Vertrag überprüft ist. Smart Property verringert die Risiken eines Betrugs und spart den Umweg über Vermittler. Die Blockchain fungiert als digitale Vertrauensbasis.

5. Smart Government

Bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016 zweifelten mehrere Parteien die Sicherheit des Wahlsystems an. In drei Staaten wurde eine Neuauszählung beantragt. Der Vorwurf: Hacker hätten Stimmen manipulieren können. Ein dezentrales Ledger würde dies durch Verschlüsselung verhindern. Zudem würden Privatpersonen bestätigen, dass ihre Stimmen gezählt wurden und für welche Partei oder Kandidaten sie abgestimmt haben. Das System spart der öffentlichen Verwaltung damit eine Menge Kosten und steigert die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Event-Tipp: Best of Blockchain am 13. und 14. März in Düsseldorf (#efblockchain)

Die Macher von blockchaingeeks haben insgesamt 17 Use Cases für Blockchain vorgestellt, aber es gibt sicherlich noch mehr, wie unsere Blogparade gezeigt hat. Wie Unternehmen ihr Blockchain-Know-how über die Entwicklung von Piloten in die praktische Anwendung überführen, stellen wir heute und morgen in Düsseldorf vor, beim Euroforum-Event Best of Blockchain.

Vielleicht trifft man sich.

 

Foto: Getty Images /Imilian


Mustafa Cavus

Mustafa Cavus ist IT-Architekt bei Sopra Steria Consulting. Der studierte Informatiker hat sich auf die Themen Big Data und Blockchain spezialisiert.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>