Augmented Reality – Omnichannel in der nächsten Dimension

Augmented Reality
Simon Oberle
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Unternehmen nahezu aller Branchen stellen sich auf das sich rasant ändernde Kundenverhalten ein. Beispiel Banken: Mit dem Umbau ihres Vertriebs von Multichannel auf Omnichannel wollen sie ihre verschiedenen Vertriebskanäle wie Filiale, SB-Banking und Online Banking zu einem ganzheitlichen, kundenzentrierten Erlebnis verbinden. Mit Augmented Reality steht allerdings bereits der nächste Trend der Digitalisierung in den Startlöchern, der die Verschmelzung von Online- und Offline-Welt weiter vorantreibt.

Die Idee hinter Augmented Reality

Endgeräte wie Smartphones und Datenbrillen werden zur Anzeigetafel zusätzlicher digitaler Informationen, die die Realität überlagern. Der Vorteil gegenüber klassischen Apps: Die physische und digitale Realität verschmelzen. Der Blick muss somit nicht mehr für die Anzeige von Zusatzinformationen von der Realität abgewendet werden.

Unternehmen beginnen gerade, das Potenzial von Augmented Reality auszuloten. Schon jetzt gibt es zahlreiche Szenarien für die Anwendung im täglichen Leben. Das Head up Display in Autos soll beispielsweise für mehr Sicherheit sorgen. Um Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit und die Navigation zum gewünschten Ziel zu erhalten, muss der Fahrer den Blick nicht mehr von der Straße abwenden. Die Informationen überlagern die Realität genau dort, wo sie gebraucht werden.

Auch für den Online-Vertrieb bietet Augmented Reality neue Möglichkeiten. Beispielsweise lässt sich der Mangel an haptischen Erlebnissen – ein Nachteil gegenüber der Filiale – mit Hilfe von „virtuellen Anproben“ ausgleichen. Der Online-Brillen-Händler Mister Spex macht es bereits vor: Ob einem die gewünschte Brille steht, kann jeder online per 3-D-Anprobe vor der Bestellung testen. Ein anderes Beispiel aus dieser Kategorie liefert Ikea. Ob das Sofa gut ins Wohnzimmer passt? Probieren Sie es digital aus.

Gerade für Datenbrillen wie Google Glass oder die Microsoft Hololens ist Augmented-Reality die Basis für das komplette Nutzungskonzept. Dabei können in Zukunft Shoppingerlebnisse mit digitalen Zusatzinformationen angezeigt werden, ohne Produkt oder die Dienstleistung aus dem Fokus zu verlieren. Ist das T-Shirt, das man gerade anprobiert auch noch in einer anderen Größe oder Farbe verfügbar? Wie und aus welchen Materialien ist es hergestellt. Digitale Zusatzinformationen werden die physische Realität dabei in Zukunft deutlich bereichern und das Omnichannel-Erlebnis auf eine neue Dimension heben.

Praktische Anwendung erfordert Phantasie

Und die auf Omnikanal umschwenkende Branche der Banken? Die kann sich die Technologie Augmented Reality ebenfalls zu Nutze machen. In dem Feld steckt jede Menge Phantasie: Denkbar ist beispielsweise, auf Werbeplakaten künftig Zusatzinfos einzublenden, die zu einer direkten Aktion des Konsumenten anregen. Mit ausreichend Datenanalyse (Stichwort: Big Data) lässt sich auch personalisierte Werbung schalten, sobald ein Kunde mit seinem Smartphone vor einem Digital-Plakat oder mit seiner Datenbrille vor einer Bankfiliale steht. Eine praktische Anwendung: Menschen, die mit einer Datenbrille an einer Neubau-Baustelle oder einem Grundstück vorbeikommen, erhalten auf Wunsch Videoexposees oder Infos zur Baufinanzierung zugespielt – inklusive Rechensimulationen und Call to Action. An den Beispielen zeigt sich: Es kommt stark auf die Innovationsfähigkeit an, was man aus Augmented Reality im Speziellen und Digitalisierung im Allgemeinen macht.


Simon Oberle

Simon Oberle leitet bei Sopra Steria NEXT den Bereich Future Management Consulting für Financial Services sowie die DigiLabs. Er ist Experte für neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Digitalisierungsstrategien in Banken.


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