Mehr E-Health in Deutschland: Die Patienten wären soweit

Das Bild zeigt eine Krankenschwester mit einem Tablet.

Die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind bereit für mehr Digitalisierung im Gesundheitswesen. Aus ihrer Sicht würde Manches im Gesundheitssystem besser laufen, wenn Behandlungen beispielsweise durch Monitoring-Apps, eine elektronische Patientenakte sowie künstliche Intelligenz unterstützt würden. Eine Infografik zu einer neuen E-Health-Studie von Sopra Steria Consulting zeigt, was sich die Deutschen von Digitalisierungsmaßnahmen versprechen.

Mit dem Marktforscher Ipsos hat Sopra Steria Consulting Patienten sowie Gesundheitsexperten in sechs europäischen Ländern zur Digitalisierung des Gesundheitssystems in ihrem Land befragt. Die 200 befragten Bürgerinnen und Bürger in Deutschland haben sich an die Digitalisierung des Alltags gewöhnt. Sie erwarten nun auch, dass das digitale Angebot im Gesundheitswesen zunimmt. Es ist somit nicht überraschend, dass mehr als drei Viertel der Befragten der Auffassung sind, dass mehr digitale Unterstützung die Versorgung im Gesundheitssystem verbessern würde.

Infografik zur Studie European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways
Quelle: Infografik zur Studie European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways

Warten auf die ePA in Deutschland

Bis 2021 sollen die Gesetzliche Krankenversicherungen ihren Kunden eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Dies wurde von der Mehrheit der Studienteilnehmer begrüßt. Entgegen der generell angenommenen Skepsis, gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sie die ePa mit mehr Informationen befüllen würden, wenn eine zufriedenstellende Lösung zur Verfügung stünde. Die für die Studie befragten Experten bestätigen zwar, dass gerade in Deutschland Datensicherheit ein sensibles Thema ist. Gleichzeitig lobten sie allerdings die DSGVO als wirksames Instrument, Standards für Technologie-Anbieter, App-Entwickler und alle weiteren Beteiligten zu setzen.

Einige ePA-Initiativen gibt es bereits : Seit September vergangenen Jahres bieten beispielsweise 14 gesetzliche Krankenkassen und zwei private Krankenversicherungen eine Gesundheitsakte an, die mit dem Smartphone verwaltet werden kann. Die Techniker Krankenkasse hat eine eigene Lösung in den Markt gebracht.

Große Erwartungen in E-Health

Im Vergleich zu einzelnen Leistungserbringern, ist die Bevölkerung aufgeschlossen gegenüber digitalen Angeboten. Das verdeutlicht der Blick auf die Infografik zur Studie: 81 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland versprechen sich beispielsweise viel von der Anwendung von Monitoring-Apps. Einen großen Nutzen sehen die Befragten unter anderem darin, die Behandlung von Langzeiterkrankungen wie Diabetes durch digitale Lösungen zu vereinfachen und zu verbessern.

Die AOK Nordost hat beispielsweise mit einem E-Health-Anbieter ein Programm entwickelt, Blutzuckerwerte und Insulinwerte direkt in die elektronische Akte zu übertragen. Das Vorgehen würde das übliche Diabetes-Tagebuch ersetzen und das Risiko eindämmen, dass Patienten Eintragungen vergessen.

Infografik zur Studie European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways
Quelle: Infografik zur Studie European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways

E-Health-Ökosystem schaffen

Um die Erwartungen der Deutschen zu erfüllen, benötigt das Gesundheitssystem einen Kulturwandel, interoperable Lösungen sowie neue Anreiz- und Finanzierungsmodelle. Viele derzeit entwickelten Lösungen scheitern, weil sie nicht die Anforderungen der alternden Ärzteschaft erfüllen und sich nicht in den Versorgungsablauf sowie in die vielen unterschiedlichen Systeme der Kliniken und Praxen integrieren lassen.

Künftig muss es mehr darum gehen, Lösungen zu entwickeln, die speziell auf die Versorgungslandschaft im deutschen Gesundheitswesen zugeschnitten sind und flächendeckend ausgerollt werden können. Ein Ansatz wäre eine digitale Plattform, um alle Akteure mit ihren heterogenen Systemen zu vernetzen und digitale Gesundheitsservices für die breite Masse anbieten zu können – nach festgelegten Sicherheitsstandards.


Sopra Steria Consulting

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