Digitalisierung ist keine Einbahnstraße

Einbahnstraße Digitalisierung

Aus analog wird digital. Dieses Einbahnstraßendenken bei der Digitalisierung muss nicht sein. Digitales lässt sich auch für neue Ideen zum Anfassen nutzen. Ein gutes Beispiel liefert ein Fundstück, entdeckt bei re-publica.de. Kate Stone, nicht Data Scientist, sondern Creative Scientist, integriert digitale Elemente in Gedrucktes.

Ihre Geschäftsidee lautet: Druckerzeugnisse mit Elementen zum Mitmachen anreichern. Mit leitender Tinte (Conductive ink) und Bewegungssensoren erschafft ihre Firma Novalia beispielsweise Poster für eine Biermarke, die Musik abspielt. Ein weiteres Produkt ist eine Broschüre für einen Autohersteller. Der Leser kann per Bluetooth-Verbindung und Smartphone die Konsole seines nächsten Wagens ausprobieren. Bloße Informationen fürs Auge werden nun haptisch erlebbar.

Aus der Idee, Analoges digital zu veredeln und neu zu erfinden, lässt sich sicher noch eine ganze Menge mehr machen. Verlage können sich beispielsweise inspirieren lassen und ihren schon totgesagten Printerzeugnissen neues digitales Leben einhauchen. Vielleicht lässt sich die Generation Youtube und Netflix ja mit Gamifikation und Smartphone-Anbindung wieder mehr zum Lesen anregen. Die Technologie gibt derartige Lösungen her.

Die Strategie für die Digitalisierung sollte lauten, das Beste aus jeder Welt miteinander zu verschmelzen. Die IT-Branche nennt das Best of Breed. Welche Welt den Ton angibt, die analoge oder die digitale, ist nicht entschieden. Mit Bosch gibt es zum Beispiel einen renommierten Vertreter mit analogen Wurzeln, der das Feld der vernetzten Produktion (Industrie 4.0) nicht der Internetbranche überlassen will.

Foto: Getty Images / Maciej Bledowski


Birgit Eckmüller

Birgit Eckmüller verantwortet seit 2002 die Kommunikation von Sopra Steria Consulting. Die studierte Wirtschaftsingenieurin ist Expertin für Technologiethemen.


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