Digital Leadership ist Voraussetzung für digitale Exzellenz

Digital Leadership ist Voraussetzung für digitale Exzellenz

Um digitale Exzellenz zu erreichen, müssen Unternehmen in verschiedenen Disziplinen ihre Leistung einschätzen und verbessern. Eine der Kerndisziplinen ist dabei die digitale Führung. Denn digitale Exzellenz lässt sich nur dann erreichen, wenn die Verantwortung dafür in der obersten Führungsebene verankert wird. Auch die notwendigen Veränderungen und Impulse müssen von dort aus aktiv vorangetrieben werden. Das betrifft unter Umständen nicht nur die Geschäftsführung und den Vorstand, sondern auch den Aufsichtsrat.

Nur jedes sechste Unternehmen verfügt über einen Chief Digital Officer

Digital Leadership ist gewissermaßen das Fundament, auf dem die digitale Exzellenz beruht. Nur eine Verankerung auf der obersten Führungsebene kann Entscheidungen in der erforderlichen Größenordnung herbeiführen und die damit verbundenen Änderungen durchsetzen. Grundsätzlich ist den Unternehmen dies bewusst: 34 Prozent sehen eine klare Führungsverantwortung als sehr relevant, weitere 39 Prozent als relevant für die Bewältigung der Digitalisierung.

Allerdings sind die meisten Unternehmen in diesem Bereich nicht gut aufgestellt. So ist die Verantwortung für die Digitalisierung oftmals nicht klar geregelt. Lediglich 17 Prozent der Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen ein Chief Digital Officer (CDO) oder eine vergleichbare Rolle etabliert ist. Auch die Organisations- und Entscheidungsstrukturen wurden in den meisten Fällen noch nicht angepasst. Nachholbedarf besteht selbst in den Unternehmen, die sich eine hohe digitale Exzellenz bescheinigen.

Digital Leadership

Scheitern ist ein produktiver Prozess

Wie aber können Unternehmen in diesem Bereich digitale Exzellenz erreichen? In erster Linie benötigen Führungskräfte eine klare, umsetzbare Vision. Nur wer selber das Ziel kennt, kann seinen Mitarbeitern die Richtung vorgeben. Außerdem sind organisatorische und kulturelle Änderungen notwendig. Dazu gehört zum Beispiel die Etablierung einer Fail-fast-Kultur sowie interdisziplinärer Einheiten.

Darüber hinaus müssen bestehende Führungsstrukturen für die Digitalisierung neu geordnet werden. Denn die rasanten Entwicklungen der Digitalisierung erfordern schnelle Reaktionen. Für Führungskräfte heißt das, dass sie unter Umständen Entscheidungen treffen müssen, deren Auswirkungen nicht vollständig absehbar sind – bei voller Übernahme der Verantwortung. Zudem steigt die Häufigkeit, in der Entscheidungen getroffen werden müssen. Denn der Aufbau und Betrieb digitaler Services bedarf permanenter Nachjustierung.

Wie unsere Untersuchung ergab, haben Unternehmen, die den Weg der digitalen Transformation seit längerer Zeit beschreiten, teilweise bereits zu agileren Strukturen gefunden. Dennoch befinden sich die meisten beim Umbau der Organisations- und Entscheidungsstrukturen noch am Anfang, wie obige Grafik zeigt. Unternehmen sollten daher dringend handeln. Denn digitale Exzellenz lässt sich nur mit einer klaren Führungsverantwortung erreichen.


Urs M. Krämer

Urs M. Krämer ist seit Anfang 2013 bei Sopra Steria Consulting und übernahm im April 2014 die Rolle des Chief Executive Officers. Der Stratege und Managementberater legt sein Hauptaugenmerk auf Performance und Change Management.


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