Deutsche Unternehmen: Kein Interesse an Start-ups

Deutsche Unternehmen: Kein Interesse an Start-ups
Daniel Kasch
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Banken verschlafen den Fintech-Boom“ titelte vor kurzem die Süddeutsche Zeitung. Ausgangspunkt war eine Studie, nach der drei Viertel der Kapitalgeber von Fintechs in Deutschland Finanzinvestoren sind.

Banken stellen nur sieben Prozent der Investments. Die Institute verpassen damit die Möglichkeit, von dem zumeist digitalen Know-how der jungen, innovativen und agilen Unternehmen zu profitieren. Zudem geraten sie international ins Hintertreffen. Denn große Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan setzen bereits seit längerem auf Start-ups als Ideen- und Impulsgeber.

Start-ups

Unternehmen fühlen sich von Start-ups bedroht
Der Artikel der Süddeutschen Zeitung bezog sich auf den Finanzsektor. Die Aussagen treffen aber auch auf andere Branchen zu, wie unsere Studie „Digitale Exzellenz “ zeigt. Demnach sehen die befragten Unternehmen branchenübergreifend Start-ups in erster Linie als neue Wettbewerber an. Vor allem die von uns interviewten Führungskräfte gaben an, dass sie sich durch die jungen, innovativen Unternehmen unter Druck gesetzt fühlen, die eigene Digitalisierung voranzutreiben.

Dabei können Unternehmen von Start-ups profitieren. Deren technologisches Know-how, das agile Arbeiten sowie die innovativen Geschäftsmodelle und Marketingstrategien können wichtige Impulse liefern für Firmen der „Old Economy“. Diese Chance haben bislang jedoch nur die wenigsten der von uns Befragten erkannt.

Wichtiger Impulsgeber für die Digitalisierung
Wie die Grafik zeigt, beobachtet nicht einmal jedes fünfte Unternehmen systematisch Start-ups. 58 Prozent haben dies auch künftig nicht vor. Damit verschenken die Unternehmen die Möglichkeit, von den frischen Ideen der jungen Wettbewerber zu profitieren. Wie man es besser macht, zeigt die Commerzbank. Mit dem Main Inkubator fördert sie die Gründung von Start-ups in der Finanzwirtschaft, um von den gewonnenen Innovationen zu profitieren.

Doch soweit müssen Unternehmen gar nicht gehen. Schon der regelmäßige Besuch von Kongressen und Tagungen, auf denen die Start-ups sich und ihr Geschäftsmodell vorstellen, kann ein wichtiger Impulsgeber für die eigene Digitalisierung sein. Unter Umständen findet sich auf diese Weise auch ein geeigneter Kandidat für eine engere Zusammenarbeit oder spätere Übernahme.


Daniel Kasch

Daniel Kasch ist seit 2007 bei Sopra Steria Consulting und Experte für Prozesse des Aktivgeschäftes der Finanzdienstleistungsbranche. Sein Augenmerk liegt neben Effizienzsteigerung und Compliance auf der strategischen Ausrichtung des Geschäftes an digitalen Geschäftsmodellen.


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