Datengetriebene Agilität ist digitaler Fünfkampf

Datengetriebene Agilität ist digitaler Fünfkampf

Datengetriebene Agilität avanciert zur vorherrschenden Arbeitsweise einer digitalisierten Wirtschaft. Ein guter Grund, dem Phänomen Data-driven Agility mit einer Studie auf den Grund zu gehen. Schon in unserer ersten Befragung 2015 hat sich herauskristallisiert, dass hierin wohlmöglich eine Art DNA der Digitalen Exzellenz steckt. Ganz wichtig ist, sich konkret vor Augen zu führen, was datengetriebene Agilität überhaupt bedeutet. Hier eine kleine Systematik.

Die fünf Stellschrauben für datengetriebene Agilität

Agile Methoden
Datengetriebene Agilität erfordert immer eine Veränderung der Zusammenarbeit der Mitarbeiter. Agile Teams arbeiten in kurzen Zyklen, die Feedback und schnelles Lernen ermöglichen. Was isoliert als veränderte Vorgehensweise in der IT-Entwicklung begann, wird inzwischen in den übrigen Unternehmensteilen immer populärer.

Big Data & Analytics
Ob ein Unternehmen digital exzellent ist oder hinterherhinkt, zeigt sich besonders stark an der Fähigkeit, viele unsortierte Daten schnell in Antworten zu verwandeln. Big Data & Analytics ist damit fast schon das Herzstück datengetriebener Agilität. Auf Basis von Daten über das Kundenverhalten und Algorithmen können Unternehmen beispielsweise automatisiert ihre digitalen Produkte verändern. Oder: Mit Daten und Business-Regeln gefütterte Softwareroboter übernehmen lästige Standardtätigkeiten.

Digitale Interaktion
Für Konsumenten, Mitarbeiter und Geschäftspartner ist der schnelle digitale Austausch mit Unternehmen in Fleisch und Blut übergegangen. Diese Nutzungsgewohnheiten und Erwartungshaltungen übertragen sich auf virtuelle Produkte (z.B. Bankkonto) und verstärkt auf physische Produkte (z.B. Connected Car). Unternehmen verschiedener Branchen reagieren darauf und entwickeln derzeit intelligente digitale Assistenten, die zukünftig die Schnittstelle zu Produkten und Dienstleistungen bilden werden.

Datengetriebene Agilität

Führung, Organisation und Kompetenzen
Datengetriebene Agilität verpufft, wenn am Ende der Chef jede Entscheidung absegnen muss. Unternehmen, die hier exzellent aufgestellt sind, schaffen neue Organisationsformen. Sie delegieren konsequent und ergebnisorientiert Verantwortung an teilautonome Teamstrukturen. Führungsmodelle, Incentivierung und die Kompetenzen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändern sich in Richtung mehr Eigenverantwortung.

Architektur & Geschäftsprozesse
Bremser für datengetriebene Agilität sind häufig Prozesse oder Teile davon, die noch nicht digitalisiert sind. Auf einmal müssen doch wieder Informationen von Hand in ein anderes Medium übertragen werden. Digital exzellente Unternehmen sorgen für eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse. Gleichzeitig modernisieren sie ihre IT-Architekturen so, dass sie Systembrüche vermeiden. Durch neue Architekturen arbeiten Teams aus unterschiedlichen Abteilungen an einzelnen digitalen Leistungen des Unternehmens definieren.

Datengetriebene Agilität ist mehr als Big Data und Automatisierung

Data-driven Agility geht damit weit über die bloße automatisierte Auswertung großer Datenmengen hinaus. Es steckt viel Veränderung für die Unternehmenskultur in dieser Arbeitsweise. Erst aus dem Zusammenspiel der fünf Teildisziplinen entsteht im Ergebnis die gewünschte neue Arbeitsumgebung, aus der Unternehmen digitale Innovationen entwickeln und kontinuierlich lernen können.

Wir werden in den kommenden Wochen weitere Themen aus der Studie Datengetriebene Agilität hier im Blog ansprechen. Wir stellen beispielsweise einzelne Methoden zur Umsetzung vor, gehen näher auf die Fallstricke (Herausforderungen) ein und darauf, wie Mitarbeiter und Organisation entsprechend befähigt werden.

Foto: Getty Images / Stockfinland


Lars Schlömer

Lars Schlömer ist Leiter BI Community und Public Analytics bei Sopra Steria Consulting. Er kümmert sich um das Business Development im Geschäftsfeld Business Intelligence. Hier im Blog schreibt er im Schwerpunkt über BI & Analytics.


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