Connected Bike: Fahrradfahren wird digital

Connected Bike

An den Computer im Auto haben wir uns inzwischen gewöhnt. 70 Minicomputer sind laut TU Chemnitz in einem modernen Oberklasse-Wagen verbaut. Kfz-Mechaniker sind heute gleichzeitig IT-Profis. Nun kommt die Digitalisierung der Zweiräder an die Reihe. Ein Fundstück (Danke an inustr.com) zu Connected Bike zeigt, dass die Internet- und IT-Größen wie Google, Apple und Microsoft beim Erobern des Fahrrads nicht die ersten sind.

Das erste Betriebssystem für den Drahtesel heißt OpenBike. Es setzt im Vergleich zu separat verbauter Digitaltechnik wie elektronische Federdämpfer auf Vernetzung, auf Connected Bike. OpenBike ist wie Windows und OSX eine zentrale Kommunikationsoberfläche sowie Strom- und Datenverteiler für weitere Bauteile und Anwendungen (Apps), die das Radfahren digitaler machen sollen. Praktische Dinge für mehr Sicherheit, wie Bremslichter für Fahrräder, lassen sich über OpenBike umsetzen. Eine Cloud-Verbindung soll für den Zugang zu Internet sorgen.

Connected Bike
Bild: OpenBike

Aktuell befindet sich das Betriebssystem noch im Entwicklungsstadium. 2017 wollen die Macher aus San Francisco an den Start gehen. Ab dann können andere Anbieter von Connected-Bike-Lösungen profitieren. Das Samsung Smart-Bike (aktuell noch eine Studie) ließe sich wahrscheinlich einfacher umsetzen, weil der Akku von OpenBike genutzt werden kann.

Apps für Navigation, Diebstahlschutz und GPS-Ortung sowie integrierte Crash-Sensoren ließen sich ebenfalls leichter in ein Gesamtkonzept für ein intelligentes Fahrrad integrieren. Und Städte können anonyme Bewegungsdaten von Fahrrädern sammeln und für eine effizientere Infrastrukturplanung nutzen.

Was sich darüber hinaus im noch jungen Markt für Connected Bike bewegt, lässt sich ganz gut in diesem Blog nachlesen. Die ganze Entwicklung ist zudem ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie sich Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft Märkte in der analogen Welt erschließen. Das muss nicht automatisch heißen, dass die klassischen Fahrradhersteller verschwinden werden. Sie können sich ihrerseits digitale Exzellenz aneignen und die Verschmelzung von online und offline aus der anderen Richtung vorantreiben.

Foto: Getty Images / TARIK KIZILKAYA


Andreas H. Schmidt

Andreas H. Schmidt ist seit 2005 u.a. als Experte für Innovation Management bei Sopra Steria Consulting. Der studierte Wirtschaftsinformatiker beschäftigt sich sowohl mit innovativen Technologien im Umfeld von strategischen SAP-Produkten als auch mit übergreifenden Innovationsprozessen. Er hat den Aufbau des deutschen DigiLabs in Berlin verantwortet. Sein aktueller Schwerpunkt ist das Themenfeld „Business Innovation mit Big Data“.


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