Neue Blogparade: Wie kommen wir dauerhaft kreativer aus der Krise?

Blogparade kreativ aus der Krise

Durch die Corona-Pandemie werden Veränderungen in kurzer Zeit möglich, für die Wirtschaft und Politik sonst Jahre in ihre Transformationspläne schreiben. Woher kommt dieser kreative Geist, dieser offene Blick auf das Machbare? Und wie retten wir ihn in eine Zeit nach COVID-19? Antworten auf diese Fragen suchen wir mit dieser Blogparade. Uns interessiert Ihre Sicht zum Thema, ob und wie wir dauerhaft kreativer aus der Krise kommen. Den Anfang machen wir mit einem Blick auf einen neuen Digitalpragmatismus.

Die Corona-Krise wird zum Turbo für die Digitalisierung. Plötzlich ist möglich, was zuvor undenkbar schien. In einem Land, das bei der Digitalisierung des Bildungswesens hoffnungslos hinterherhinkt, wurden Lehrer und Schüler von heute auf morgen in digitale Lernwelten katapultiert. In einer vom Primat der Präsenzkultur geprägten Arbeitswelt, wurden Tausende Arbeitnehmer über Nacht ins Homeoffice entlassen. Führungskräfte, die es gewohnt waren, Leistung mit Anwesenheit gleichzusetzen, müssen nun radikal umdenken und Kontrolle durch Vertrauen ersetzen. Dienstreisen, die vorher unverzichtbar schienen, wurden ersatzlos gestrichen. Meetings, Konferenzen, ja selbst Hauptversammlungen und Gerichtsprozesse wurden in den virtuellen Raum verlagert.

Was in diesen Tagen der Krise Mut macht

Und plötzlich sind Experimente und queres Denken nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Bedenkenträger haben nicht mehr viel zu melden, gefragt sind vor allem Kreativität und Improvisationstalent. Und allen schlechten Nachrichten zum Trotz gibt es in diesen Tagen auch vieles, was Mut macht. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Innerhalb von nur sechs Wochen hat Bosch einen neuen Schnelltest für das Coronavirus entwickelt.
  • In Deutschland arbeiten verschiedene Forschergruppen an eigenen Lösungen, um COVID-19-Patienten zu helfen. Das „Breathing Project“ von Physikerinnen und Physikern der Universität Marburg ist dabei schon sehr weit.
  • Bundesweit laufen in „Makerspaces“ die 3D-Drucker auf Hochtouren, um Gesichtsschilde für das Personal in Krankenhäusern zu produzieren.
  • Um das Engagement der 3D-Druck-Aktivisten besser zu koordinieren und mit Krankenhäusern zu verbinden, arbeitet ein Team aus Lübeck an einer Plattform zur Vernetzung. Print4Life entstand im Zuge des #WirvsVirus-Hackathons der Bundesregierung, zu dem sich mehr als 40.000 Teilnehmer angemeldet hatten.
  • Die ersten 20 Projekte des Hackathons wurden bereits ausgezeichnet. Mit dabei sind Apps wie das „Digitale Wartezimmer“ oder auch das Projekt „Remedymatch“, das Spender von Ressourcen wie Schutzkleidung mit Krankenhäusern bzw. Arztpraxen verbinden will. Andere Lösungen sollen bei Anträgen zur Kurzarbeit helfen, neue Ansätze in der Krisenkommunikation ermöglichen, den digitalen Besuch im Altersheim erleichtern oder Bürgermeistern wichtige regionale Kennziffern für Entscheidungen zusammenstellen.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, doch schon diese kleine Zufallsauswahl zeigt, welch kreatives Potential derzeit überall freigesetzt wird.

Natürlich sind Unternehmen jetzt klar im Vorteil, die bereits vor Ausbruch der Pandemie und dem Hinüberschwappen nach Europa einen hohen Digitalisierungsgrad erreicht hatten. Schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 waren hoch digitalisierte Unternehmen klar im Vorteil, wie eine Studie des ZEW Mannheim belegt. Produktivitätsniveau und -wachstum hatten sich bei diesen Unternehmen kaum verringert, während sie bei gering digitalisierten Unternehmen stark zurückgingen. Gleichzeitig waren die digitalen Vorreiter auch erfolgreicher darin, Prozessinnovationen umzusetzen und Kosten einzusparen.

Auch wenig digitalisierte Branchen profitieren jetzt von digitalen Lösungen

Dennoch profitieren jetzt auch bislang wenig digitalisierte Unternehmen und Branchen von digitalen Lösungen: Gastronomen bieten ihre Dienste online an und liefern das Essen vor die Haustür. Plattformen bringen Landwirte und Erntehelfer zusammen. Kulturveranstaltungen, Weiterbildungen und selbst Fitnesskurse finden online statt. Das alles macht Hoffnung, dass wir aus dieser Krise nicht völlig erschöpft, sondern digitaler und kreativer hervorgehen werden. 


Ihre Meinung bitte! Aufruf zur Blogparade:

Welche Chancen sehen Sie für die Wirtschaft oder für die gesamte Gesellschaft? Oder kommen Sie zu komplett anderen Ergebnissen? Und was muss aus Ihrer Sicht jetzt passieren, damit wir für die aktuelle Kreativität keine neue Pandemie benötigen?

Lust, mitzumachen? Teilen Sie Ihre Ideen, Ihre Sicht, Ihre Gedanken!

So nehmen Sie teil:

  • Veröffentlichen Sie Ihre Sicht auf das Thema „Wie kommen wir dauerhaft kreativer aus der Krise?“ – in Ihrem privaten oder Corporate Blog, bei LinkedIn als Pulse-Artikel, als Video- oder Audio-Podcast oder alternativ als Kommentar zu diesem Beitrag.
  • Verlinken oder verweisen Sie auf diesen Impulsbeitrag und Aufruf in Ihrem Artikel.
  • Hinterlassen Sie unter diesem Beitrag einen Kommentar mit dem Link zu Ihrem Beitrag.
  • Die Blogparade endet am 30. Juni 2020.

Weitersagen bitte! Teilen Sie diesen Aufruf gerne mit Ihrem Netzwerk, zum Beispiel über Twitter, Facebook, LinkedIn oder Xing.


Foto: Getty Images / imtmphoto


Urs M. Krämer

Urs M. Krämer ist seit Anfang 2013 bei Sopra Steria und übernahm im April 2014 die Rolle des Chief Executive Officers. Der Stratege und Managementberater legt sein Hauptaugenmerk auf Performance und Change Management.


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