Künstliche Intelligenz: Star in der Manege der Tech-Giganten

Magic Künstliche Intelligenz
Simon Oberle
durch

Alle Jahre wieder laden die Tech-Giganten im Frühling zu ihren Entwicklerkonferenzen ein. Auch 2017 verfolgte die Tech-Community gespannt, was auf den digitalen Pflichtterminen Microsoft Build, Googles I/O und zuletzt Apples WWDC aus dem Hut gezaubert wurde. Neuer Star in den Manegen der Internetbranche ist in diesem Jahr eindeutig künstliche Intelligenz (KI).

Augen und Ohren zugleich

Bereits auf dem Google-I/O-Event im vergangenen Frühjahr hatte CEO Sundar Pichai den Shift von Mobile First zu KI First angekündigt – wir hatten von der Ankündigung des Google Assistent berichtet. Jetzt legt Google noch einmal nach und bringt seinem Assistenten mit Google Lens das Sehen bei. Vor welcher Blume stehe ich? Ist das Restaurant vor mir empfehlenswert? Ein kurzer Schnappschuss mit dem Handy, und dein Assistent sagt es dir. Doch nicht nur Google investiert: Mit Cortana, Siri und Alexa setzen alle großen Tech-Firmen inzwischen auf künstliche Intelligenz.

Investitionen in Hardware

Im Fahrwasser der KI-Euphorie schwimmt ein zweiter großer Trend mit: Die Tech-Konzerne investieren in neue Hardware-Lösungen. Der Wechsel von Tastatureingaben zu Smartphones mit Touchscreens wurde mit dem iPhone vor rund zehn Jahren eingeläutet. Das Ziel heute: die digitalen Services mit Hilfe neuer Interaktionsformen stärker in den Alltag der Kunden zu integrieren. Ein Durchbruch ist hierbei Amazon mit dem Home-System Echo gelungen. Die Interaktion verschiebt sich vom Bildschirm auf einen verbalen Dialog. Mit Echo Look kommt KI auch ins Ankleidezimmer – ein schnelles Selfie, und Echo gibt eine Empfehlung, welches Outfit einem besser steht. Im nächsten Schritt wird Augmented Reality die digitale und die physische Welt komplett verschmelzen – Pokémon Go lässt grüßen. Virtual- und Augmented-Reality-Lösungen sind mittlerweile zum Milliardenmarkt geworden.

Deutschland schaut noch zu

Mit dem Blick über den großen Teich lässt sich resümieren: Der Innovationsstandort Deutschland hat hier großen Nachholbedarf. Sowohl von der Innovationskraft, der Innovationsgeschwindigkeit als auch von der Vorstellung neuer Produkte und Services im Stile eines Events können sich deutsche Unternehmen eine große Scheibe abschneiden. Viele Unternehmen erkennen zwar das Potenzial von KI, der Durchbruch steht jedoch noch aus. Laut unserer KI-Studie fehlt rund 40 Prozent der Unternehmen das Verständnis bezüglich der Möglichkeiten von KI, oder sie haben einen Mangel an Mitarbeitern mit dem nötigen Know-how.

Als Fazit bleibt stehen: Investitionen in Innovationen lohnen sich und machen Spaß. Das lässt sich auch monetär belegen. So stellen Apple, Microsoft und Google drei der fünf teuersten Unternehmen weltweit. Bleibt somit abzuwarten, ob wir bald auch Entwicklerkonferenzen diesseits des großen Teichs erleben werden.

Foto: Getty Images / AndreyPopov


Simon Oberle

Simon Oberle ist Leiter des DigiLabs von Sopra Steria Consulting. Der Experte für Gestaltung der Vertriebsprozesse hat sich auf Innovationen im Banking spezialisiert.

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