Versicherer und künstliche Intelligenz: Hey, hier kommt Alex

Versicherer und künstliche Intelligenz: Hey, hier kommt Alex
Marco Lange
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Versicherer und künstliche Intelligenz (KI) kommen sich näher. Die französische AXA testet in Hongkong gerade die Health-App Xtra. Ein Trainer-Bot, genannt Alex, ist eine Kombination aus menschlicher und künstlicher Intelligenz. Dieses Fundstück im Forum The Digital Insurer zeigt, wie sich KI nutzen lässt, um Kunden zu aktivieren.

Skalierbares Gesundheitsmanagement anbieten

Ein fortgeschrittenes Keyword-Erkennungssystem hilft Alex, auf eingehende Fragen über Gesundheit und Fitness korrekt zu reagieren. Zum Beispiel ist Alex in der Lage, breite Fragen zu Gesundheitszielen zu erkennen und zu beantworten. Dabei weiß die Software, auch abstrakte Fragen im Zusammenhang mit Fitnessroutinen und gesunder Ernährung zu deuten und gibt auf Basis von Trackingdaten aktiv Empfehlungen zu passenden sportlichen Aktivitäten. Alex ist damit kein herkömmlicher Chatbot. Durch seine proaktive Natur stellt er selbst Fragen und macht Vorschläge für die Nutzer auf der Grundlage ihrer Verhaltensweisen. Beispiel: Alex erkennt durch Tracking – Einverständnis des Nutzers vorausgesetzt – dass dieser längerfristig zu wenig Schlaf bekommt und gibt entsprechende Hinweise, wie sein Schützling das ändern kann.

Dafür greift der persönliche Gesundheitsassistent auf die Daten von rund 200 Wearables sowie Tracking und Healthapps zu, um Nutzern täglich mit Tipps zu unterstützen. Andrew Dart, Redakteur bei Insurance Connected, hat den Healthbot getestet. Er schreibt, dass Alex dazulernt und sich anpasst, damit möglichst jede Interaktion nützlich und persönlich ist.

Axa Künstliche Intelligenz

Quelle: The Digital Insurer

Versicherer AXA nutzt für das Projekt derzeit auch menschliche Trainer, um die künstliche Intelligenz zu unterstützen und zu „coachen“: Je ausgereifter die Technik wird, desto weniger Hilfe soll Alex benötigen. Ziel ist, praktische Assistenzleistungen und Lebenshilfe als skalierbare Leistung anzubieten.

Der Erfolgsfaktor für den Einsatz derartiger KI-Bots ist der praktische Nutzen für den Kunden. Incentives, wie sie AXA für Weiterempfehlungen anbietet, werden nicht reichen. Zudem werden sich die Investitionen zur rechnen, wenn es gelingt, die Gesundheitsrisiken effektiv zu senken, wenn die Nutzer also tatsächlich gesünder essen, genügend schlafen und sich ausreichend bewegen. AXA erprobt dies gerade, indem Trainer-Bot Alex Hochrisikopatienten mit Diabetes 2 durch ein viermonatiges Programm begleitet.

Fazit: Lifestyle-Insurance-Programme entwickeln sich von reinen Experimenten nun zu echten praktischen Anwendungen. Interessant zu beobachten, welche Versicherer in Deutschland mit einer KI-Lösung an den Start gehen. Erste KI-Piloten wie die VOV in der Nische Managerhaftpflichtversicherung  sowie Ideen für Telematik in der Krankenversicherung sind sicher nur der Anfang.

 


Marco Lange

Marco Lange ist Berater für Versicherungsprozesse bei Sopra Steria Consulting. Der studierte Volkswirt beschäftigt sich mit der digitalen Transformation von Versicherungen und die Etablierung von kontextbasierten Versicherungsprodukten.

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