Digitale Brauerei: KI als Geschmacksorakel

Künstliche Intelligenz und Bier

Die digitale Transformation ist auch im Brauereigewerbe angekommen. Carlsberg setzt im Forschungsprojekt „Beer Fingerprinting Project“ auf Künstliche Intelligenz, um Grundlagenforschung zu betreiben und geschmackliche Entwicklungen vorherzusagen. Aber auch andere Unternehmen der Branchen setzten auf digitale Exzellenz.

Der viertgrößte Brauereikonzern der Welt, Carlsberg, arbeitet seit 2017 an einem Projekt, dass dabei helfen soll, den Brauprozess zu verbessern, Vorhersagen zu treffen sowie neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Bierbraukunst zu gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen, kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz, ein Fundstück auf Heise online.

Das dänische Traditionsunternehmen besteht seit fast 200 Jahren und bringt eine große Expertise mit, wenn es um Forschung und die unterschiedlichen Biersorten geht. In ihrem Forschungszentrum arbeiten sie daran herauszufinden, wie sich die Veränderung der Rezeptur auf den Geschmack des Bieres auswirkt. Das Problem: Der Konzern kreiert Hunderte von Gerstensäften, die sich mengentechnisch jedoch nur im Mikroliterbereich befinden. Es ist unmöglich, alle von Menschen testen und untersuchen zu lassen.

Sensoren, Cloud und KI – Neue Technologien revolutionieren Brauwesen

Deswegen kommen im dreijährigen „Beer Fingerprinting Project“ Sensoren zum Einsatz, die Daten generieren und sammeln. Diese Daten liefern einerseits Aussagen darüber, ob die Bierhefe für größere Produktionsmengen brauchbar ist und andererseits wonach das Bier voraussichtlich schmecken wird. Um dieses Vorhaben zu realisieren, kooperiert der Brauereikonzern mit Microsoft, der Aarhus Universität sowie der Technischen Universität Dänemark. Durch die Cloud und die KI-Lösungen, einschließlich Machine-Learning-Algorithmen, können die durch die Sensoren erhobenen Daten ausgewertet werden. Der Geschmack wird quasi entschlüsselt und der „Fingerabdruck“ vorhergesagt. Bereits nach einem halben Jahr ist die Künstliche Intelligenz dazu in der Lage, zwischen diversen Pilsenern und Lagern zu unterscheiden. Insgesamt führt dies zu einer Vereinfachung des Bier-Entwicklungsprozesses und zu Weiterentwicklung der Grundlagenforschung.

Über die Microsoft-Cloud wird ebenfalls ein anderes Projekt von Carlsberg getestet, die „Connected bar“. Hier kommt das Internet der Dinge ins Spiel. In der Pilotphase wird das Konzept mit 30 teilnehmenden Bars getestet. Über das IoT hat der Gaststätten-Besitzer die Möglichkeit, den Überblick über die Vorräte an Bierfässern oder die Temperaturen der Biere zu behalten, was wiederum in einer gesteigerten Wirtschaftlichkeit und zufriedenen Kunden resultiert.

Auch andere Brauer setzen auf KI

Das Potenzial von KI und Machine Learning wurde auch von anderen Unternehmen der Bier-Branche erkannt. So zum Beispiel von der englische Firma IntelligenceX, die das erste durch KI gebraute Bier herstellen ließ. Die KI dahinter wird liebevoll ABI genannt. Diese hat die Rezeptur für das erste gebraute Bier generiert. Das Akronym steht übrigens für Automated Brewing Intelligence. Wer eins dieser besonderen Biere probiert hat, wird gebeten, über einen Chatbot im Facebook Messenger sein Geschmackerlebnis zu bewerten. Der Algorithmus beruht hierbei auf Machine Learning. Die gesammelten Daten der Tester werden ausgewertet und die Rezeptur dahingehend von der KI angepasst. Auch andere Brauereien wie die japanische Kirin Brewery oder die amerikanische Deschutes Brewery verwenden Artifizielle Intelligenz in ihrer Herstellung, um neue Produkte zu entwickeln bzw. um Prozesse zu optimieren.

Das Unternehmen PicoBrew setzt ebenfalls auf den Megatrend. Die Firma hat einen Automaten entwickelt, mit dem jeder zu Hause zum Brauer werden kann. Die App, die auf Künstlicher Intelligenz beruht, sagt vorher, wie das Bier voraussichtlich schmeckt, wenn man eine Komponente weglässt, hinzufügt oder die Mengenangaben nach eigenem Gusto verändert.

Wie sich zeigt, durchdringt die digitale Transformation immer mehr Wirtschaftszweige. Künstliche Intelligenz ist bereits jetzt auf dem besten Wege, Geschmäcker vorherzusagen, neue Produkte zu entwickeln und Prozesse zu optimieren. Es bleibt es spannend zu sehen, was die neuen Technologien in naher und ferner Zukunft leisten werden.

 

Foto: Getty Images / julos


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