Ist DevOps tot?

Auf dem Bild sind sechs Würfel zu sehen, die zusammen das Wort DevOps bilden.
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DevOps gehört zu den vielen Black Boxes der IT-Branche: Viele bejubeln den Ansatz erwartungsvoll, ohne ihn durchdrungen zu haben. Andere stimmen schon zum Abgesang an, bevor das Konzept richtig Fahrt aufnehmen konnte. Die Wahrheit über die DevOps-Philosophie liegt wahrscheinlich in der Mitte.

In bestimmten Kreisen ist DevOps ein Schimpfwort geworden – ein veralteter „Of the minute“-Trend, der in der Technologiewelt verbreitet wurde, ohne dass jemand eine genaue Vorstellung davon hatte, was sich dahinter genau verbirgt. Dass man DevOps bei sich im Unternehmen einsetzt, ist einfach gesagt. Doch jeder meint im Prinzip etwas Anderes.

Für viele hat DevOps aufgehört etwas Neues zu sein. Vielmehr ist die Philosophie zur Minimalanforderung und zum Tagesgeschäft geworden.  In unserer schnelllebigen digitalen Welt reicht es nicht mehr aus, erst nach Monaten Code bereitzustellen oder Kundenfeedback zu beantworten. Als Benchmark: Amazon stellt durchschnittlich alle 11,7 Sekunden neuen Programm- und Websitecode bereit. Dadurch ändern sich die Erwartungen der Kunden. An diesem Tempo orientieren sich viele Unternehmen heutzutage – zumindest im Ansatz.

Zudem geht es bei einer erfolgreichen DevOps-Strategie nicht nur darum, die richtigen Tools zur Verfügung zu haben oder dass alle Mitarbeiter zusammen im selben Raum sitzen. Vielmehr geht es um eine vollständige kulturelle und prozessuale Überarbeitung. Richtig umgesetzt, kann DevOps das Leben für alle Beteiligten einfacher machen und die besten Talente anziehen. Bei falscher Vorgehensweise wird DevOps jedoch zum fehlgeschlagenen Experiment, das Beteiligte und Teams frustriert und sie in zeitraubende Gewohnheiten zurückfallen.

Schluss mit den Silostrukturen

Eines der Haupthindernisse für eine erfolgreiche Implementierung von DevOps ist der kulturelle Wandel. Silos zwischen Betriebs-, Entwicklungs-, Design- und Sicherheitsteams gehören aufgebrochen und sollten durch ein Produktteam ersetzt werden. Das erfordert eine Neudefinition von Rollen und Verantwortlichkeiten. Diese Teams sollten über funktionsübergreifende Fähigkeiten verfügen, klein und selbstorganisierend sein. Daher ist es von wesentlicher Bedeutung, die Fähigkeiten der Teammitglieder zu kennen und weiterzubilden.

Während ein Pilotprojekt einen risikoarmen Einstieg in die Implementierung von DevOps darstellen kann, kann sich die Skalierung dieser Strategie schwierig und langwierig gestalten. Das hängt mit den organisatorischen Anpassungen zusammen. Dies ist eine große Hürde, denn sie verhindert, dass große Unternehmen die Flexibilität und Geschwindigkeit erreichen, die es ihnen ermöglicht, mit den Technologiegiganten zu konkurrieren.

Alles im Fluss

Die Verbesserung von Workflows erfordert eine Koordination zwischen Anwendungsbereitstellung und Backend-Infrastruktur und ist ebenfalls erfolgskritisch. Das DevOps verwendet für jede Phase des Projekts – Aufbau, Lieferung, Prüfung und Überwachung – die definierten und vereinbarten Standards. Mit dem richtigen Governance-Ansatz lässt sich ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Qualitätssicherung herstellen.

Ziel ist, den Durchsatz an neuem Code zu erhöhen. Automatisierung ist deshalb ein zentrales DevOps-Element. Die Verwendung von Microservice-Architekturen hilft, eine Deployment-Pipeline für jeden Service zu erstellen und das Risiko von Codeänderungen zu verringern. Durch Infrastructure-as-Code wird der Erstellungsprozess wiederum effizienter und wiederholbarer.

It is tool time

Auch wenn Tools nicht das einzige Mittel sind, den Code-Output von monatlich auf wöchentlich umzustellen. Es lohnt, sich auf passende Toolkits zu verständigen und diese konsequent zu verwenden. Das macht den Arbeitsablauf deutlich effizienter. Es stehen unzählige Tools zur Verfügung. Ist einmal ein Toolkit gefunden, das Release, Konfigurationsmanagement, Orchestrierung, Überwachung, Test und Containerisierung umfasst, ist das Team in der Lage, zuverlässige Services bereitzustellen und sich in „Echtzeit“ an die Bedürfnisse der Benutzer anzupassen.

DevOps – die Quintessenz

Der eigentliche Game Changer ist natürlich die Liefergeschwindigkeit. Die Erstellung eines effizienten DevOps-Workflows ist sinnlos, wenn die Ergebnisse nicht berücksichtigt werden. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich Kundenerwartungen und Technologien ändern, geht es bei DevOps um mehr als effiziente Abläufe – es geht darum, mit den Kunden Schritt zu halten.

Man kann es nennen, wie man möchte: Continuous Delivery, DevOps oder Tech in der modernen Zeit – DevOps-Praktiken sind hochlebendig und bilden die Grenze zwischen denen, die das digitale Tempo mitgehen, und denen, die es nicht können.

Dieser Beitrag unserer britischen Kollegin Sophie Taylor erschien im Original in englischer Sprache auf: https://blog.soprasteria.co.uk/2019/01/23/is-devops-dead/

Foto: GettyImages / MYPORTRAITIST


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