Digital Twins – ein Ansatz auch für den Consumermarkt?

Digital Twins – ein Ansatz auch für den Consumermarkt?
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Digital Twins sind eine Erscheinung der Digitalisierung und gewinnen mit dem Umbau zu einer Industrie 4.0 immer mehr an Bekanntheit. Dies zeigt sich darin, dass im Vergleich zu 2016 die Suchanfragen auf Google nach dem Begriff Digital Twin um 400 Prozent gestiegen sind. Während Digital Twins in Business-to-Business(B-to-B-)Branchen inzwischen sehr verbreitet sind, besteht der Anschein, dass sich Unternehmen in Business-to-Consumer(B-to-C-)Märkten mit der Disziplin noch schwer tun. Ein Forscherteam der FHS St. Gallen nimmt sich der Sache nun an, woran das liegt.

Mit Digital Twin ist die virtuelle Wiedergabe realer Produkte, Dienstleistungen, Objekte, Personen, Systeme und Prozesse auf digitaler Ebene gemeint. Durch den permanenten Abgleich und die Interaktion von realen Komponenten und der digitalen Kopie (Zwilling) gelingt somit eine dynamische sowie realistische Darstellung oder Simulation der Wirklichkeit. Das bringt viele Vorteile: OEMs (Original Equipment Manufacturer), beispielsweise Automobilhersteller, stellen den Anspruch, ihre Effizienz durch den Einsatz von Digital Twins steigern zu können. Dies beginnt bereits bei der Entwicklung von Produkten. Nicht wegzudenken sind die der Produktion nachgelagerten Möglichkeiten. Man denke an die Daten, die beim Einsatz der Produkte gesammelt werden, um diese weiterzuentwickeln, aber auch, um vollkommen neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Technologie-Riesen wie Siemens und General Electric haben das Potential von Digital Twins früh erkannt. Bereits bei der Entwicklung eines Produktes, beispielsweise eines High Value Assets wie einer Windkraftanlage, werden Digital Twins eingesetzt. Ist das Produkt fertig entwickelt, wird ein digitales Abbild des Produktionsprozesses erstellt und nach Fertigstellung die Leistungsfähigkeit der Windkraftanlage anhand ihres digitalen Twins verfolgt. Der italienische Automobilhersteller Maserati setzt ebenfalls die Digital-Twin-Technologie für das Designen neuer Fahrzeuge ein. Mechanik, Elektronik und Software können mit einem speziellen CAD-System entwickelt und anschließend digital simuliert werden. Ebenso können die Produktionsanlagen sowie die Performance von Fabriken und ihrer Produkte als digitale Ebenbilder dargestellt und ausgewertet werden. All das zusammen spart enorme Kosten und liefert wertvolle Hinweise für künftige Produkte, Dienstleistungen und für die Verbesserung von Verfahren.

Aufruf zur Umfrageteilnahme: FHS St. Gallen erforscht Digital Twins für B2C-Märkte

Was in der Industrie 4.0 schon gut funktioniert, bietet auch Chancen für den Konsumentenmarkt, beispielsweise im Handel. Der Durchbruch lässt allerdings noch auf sich warten. Potenzielle Anwendungsfelder und der Nutzen für die Unternehmen und Kunden sind noch nicht genügend erforscht.

Ein Studierendenteam des Masterstudiengangs Corporate/Business Development an der FHS St. Gallen untersucht, welche Determinanten (Faktoren) die Nutzer-Akzeptanz von Digital Twin Lösungen im B-to-C Kontext beeinflussen. Ziel ist herauszufinden, mit welchen Konzepten bzw. in welchen alltäglichen Konsumenten-Situationen sowie mit welchen Technologien eine Markteinführung von Digital Twins erfolgsversprechend sein kann.

Hierfür wurde eine Umfrage entwickelt. Der Fragenbogen der FHS St. Gallen ist unter folgendem Link zu finden: https://ww3.unipark.de/uc/FHSwPP2019_DH/  

Die Teilnahme dauert etwa 12 Minuten und wird von der Fachhochschule belohnt: Teilnehmer können eine Smartwatch (Wert: ca. 220 EUR) oder einen von neun Gutscheinen à 25 EUR (Amazon/Zalando nach Wahl) gewinnen. Die Umfrage läuft bis zum 26. Oktober 2019.

Wir freuen uns auf viele Teilnehmer, vielen Dank vorab!

Zu den Autoren:

Autoren des Beitragssind Simon Sieber, Daniel Knünz, Egzon Arifaj, Pascal Fässler, Rawa Muhamad, Petar Tasic. Sie studieren an der FHS St. Gallen und sind die Initiatoren des Forschungsprojekts zu Digitale Twins in Konsumentenmärkten.

Foto: Getty Images / martin-dm


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